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Faktenpapier: Verwaltungskosten in der Gesetzlichen Krankenversicherung

Ein Mythos der Gesundheitspolitik

Die Behauptung, die Verwaltungskosten in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) seien überproportional hoch und würden laufend ansteigen, gehört zu den meist verbreiteten Mythen der gesundheitspolitischen Diskussion in Deutschland. Laut einer Umfrage der Bertelsmann Stiftung aus dem Frühjahr 2010 glauben über die Hälfte der Befragten (56,7 Prozent), dass massiv gestiegene Verwaltungskosten der Krankenkassen zu den Hauptursachen für die Kostensteigerungen im Gesundheitswesen gehören. Dieser weit verbreitete Trugschluss wird dadurch genährt, dass in regelmäßigen Zeitabständen Vertreter der Ärzteschaft in polemischer Weise den Vorwurf der vermeintlichen Verschwendung von Beitragsgeldern in den Verwaltungsapparaten der Krankenkassen wiederholen. Auch die Politik greift gerne zu den Verwaltungskosten der Krankenkassen, wenn es darum geht, Einsparungen zu generieren, wie zuletzt im Zuge des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes im Jahre 2004.

Ziel dieses Faktenpapiers ist es, die Debatte um die Verwaltungskosten der gesetzlichen Krankenkassen von übertriebener Ideologisierung zu befreien und grundlegend zu versachlichen. Um jeglichen Verdacht auf eventuelle Einseitigkeit von vornherein zu entkräften, wurden die verwendeten Daten und Fakten fast ausschließlich den Veröffentlichungen des Bundesgesundheitsministeriums entnommen und für den Zeitraum von 1999 bis 2009 detailliert untersucht und ausgewertet.

Grundsätzlich ist an dieser Stelle anzumerken, dass die gesetzlichen Krankenkassen Dienstleistungsunternehmen sind. Dienstleistung schafft Verwaltungskosten, insofern sind diese nur ein Ausdruck der Servicefunktion der Krankenkassen für ihre Versicherten.