Wappen: Landesvertretung BayernLandesvertretung Bayern

Ambulante Versorgung

Herzstück der medizinischen Versorgung in Deutschland ist die ambulante Behandlung durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. Deren Praxen sind in aller Regel erste Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten. Dort wird nicht nur Diagnostik und Therapie betrieben, sondern auch über die Notwendigkeit anderer medizinischer Leistungen wie z.B. Arzneimittel, Heilmittel, Hilfsmittel oder auch Krankenhausaufenthalte und Rehabilitationsmaßnahmen befunden.

Für diese zentrale Versorgungsaufgabe stehen in Bayern rund 22.000 zugelassene Vertragsärzte und Psychotherapeuten sowie ungefähr 8.500 Vertragszahnärzte zur Verfügung. Insbesondere im ärztlichen Bereich verfügt Bayern damit über die größte Versorgungsdichte in Deutschland – von den Stadtstaaten einmal abgesehen.

Ergänzt wird dieses Angebot durch eine Vielzahl von Instituts- und Krankenhausambulanzen, die insbesondere sehr aufwändige oder hoch spezialisierte Leistungen vorhalten.

In den komplementären Leistungsbereichen sind in Bayern über 9.000 in ambulanter Praxis tätige Heilmittelerbringer (Masseure, Krankengymnasten, Logopäden, Ergotherapeuten usw.) sowie knapp 5.000 Hilfsmittellieferanten (Sanitätshäuser, Orthopädietechniker und -schuhtechniker, Optiker, Hörgeräteakkustiker usw.) zur Versorgung der Versicherten der Ersatzkassen zugelassen.

Voraussetzung jeder Zulassung ist eine hohe fachliche Qualifikation sowie die Vorhaltung einer geeigneten räumlichen und technischen Ausstattung. Dadurch steht den Ersatzkassenversicherten in Bayern flächendeckend ein sehr dichtes und vor allem hochqualifiziertes ambulantes Versorgungsnetz zur Verfügung, das weltweit keine Vergleiche scheuen muss. Suchen Sie vor Ort nach geeigneten Behandlungsmöglichkeiten, wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an Ihre Ersatzkasse.

Einen besonderen Service hat auch unser Vertragspartner, die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns, für Sie eingerichtet. Unter www.kvb.de können Sie ganz gezielt nach zugelassenen Vertragsärzten suchen.

 

Disease-Management-Programme

Eine zusätzliche Qualitätsoffensive stellen Strukturierte Behandlungsprogramme, sogenannte Disease-Management-Programme (DMP) für bestimmte Erkrankungen dar. Das Hauptziel der DMP ist eine auf die individuelle Situation des Patienten abgestimmte Behandlung, die auf gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht.

Im Mittelpunkt der Programme stehen Patienten, die unter langwierigen, chronischen Krankheiten leiden. Durch eine systematische Behandlung und individuelle Betreuung sollen Komplikationen und Folgeschäden möglichst vermieden werden. Die Inhalte der Programme unterliegen hohen Qualitätsanforderungen, die regelmäßig von einer neutralen Stelle überprüft werden.

In Bayern bieten die Ersatzkassen derzeit folgende Disease-Management-Programme ihren Versicherten an:

 

DMP Diabetes mellitus Typ 2

Dieses Programm bietet Typ-2-Diabetikern die Gewähr, frühestmöglich die optimale Versorgung zu bekommen. In speziellen Schulungen werden Ihnen notwendige Informationen und Fähigkeiten vermittelt, die Ihnen einen kompetenten Umgang mit Ihrer Erkrankung ermöglichen. In Bayern beteiligen sich über 8.000 Vertragsärzte und etwa 50 Krankenhäuser an dem strukturierten Behandlungsprogramm.

 

DMP Koronare Herzkrankheit (KHK)

Das DMP KHK richtet sich an Patienten, die einen Herzinfarkt hatten, KHK bedingt mit Angina pectoris-Beschwerden leben oder bei denen eine Verengung der Herzkranzgefäße festgestellt wurde. Den teilnehmenden Ärzten werden Behandlungsempfehlungen zur Verfügung gestellt, die dem gesicherten Stand des internationalen Wissens entsprechen und den Arzt bei der Wahl einer sinnvollen Behandlungsmethode unterstützen. Ca. 8.000 Vertragsärzte und 40 Krankenhäuser haben bisher ihre Teilnahme erklärt.

 

DMP Brustkrebs

Mit dem DMP Brustkrebs soll vor allem eine Verbesserung der Betreuung der Patientinnen erreicht werden. Der Gynäkologe des Vertrauens begleitet und berät Sie über den gesamten Krankheitsverlauf und koordiniert alle notwendigen Behandlungsschritte und stellt eine wichtige Schnittstelle zwischen Krankenhäusern und weiteren Fachärzten dar. 45 Brustkrebs-Schwerpunktkrankenhäuser und ca. 2.000 Frauenärzte sind vertraglich eingebunden.

 

DMP Asthma

Das DMP Asthma ist ein Programm für Versicherte, die an Asthma bronchiale leiden. Teilnehmen können neben Erwachsenen auch Jugendliche und Kinder ab 5 Jahren. Mit Hilfe dieses Programms sollen Notfälle vermieden, eine Fortschreiten der Erkrankung verhindert und die Lebensqualität der Betroffenen angehoben werden.

Über 6.000 Ärzte und 40 Krankenhäuser beteiligen sich an dem Programm.

 

DMP COPD

Dieses Programm bietet Patienten mit chronisch atemwegsverengender Lungenerkrankung (englisch chronic pulmonary disease, abgekürzt COPD) Hilfe. Die Betreuung von Patienten mit chronisch verengender Bronchitis oder Lungenemphysem wird optimiert. Anfälle von akuter Atemnot sollen vermieden und das Voranschreiten der Erkrankung aufgehalten werden.

Über 6.000 Ärzte und 40 Krankenhäuser beteiligen sich an dem Programm.

 

Diabetes mellitus Typ 1

Patienten, die an dieser chronischen Erkrankung leiden sollen mit Hilfe dieses Programms lernen, den Diabetes besser zu beherrschen. Es sorgt dafür, dass sie eine auf die besondere Situation zugeschnittene Behandlung erhalten. Auch wenn diese Erkrankung nicht heilbar ist, sollen die Betroffenen für den Umgang mit ihrer Krankheit optimal ausgerüstet sein.

An dem Programm beteiligen sich über 1.000 Vertragsärzte und mehrere Krankenhäuser.

 

Die Teilnahme an DMP ist kostenlos und freiwillig. Für weitere Informationen zur Teilnahme wenden Sie sich bitte an Ihre Ersatzkasse.


Patientenrechte-gesetz

Notwendiger Schritt zu mehr Transparenz im Patientenschutz

 

Weitere Themen:

  • » Bayerische Patientenbeauftragte: Das Patientenrechtegesetz schafft mehr Verlässlichkeit und stärkt Rechte für Patienten
  • » Wie die Stadt Rödental daran arbeitet, dass ihre Senioren so lange wie möglich zu Hause bleiben können
  • » Abrechnungs-manipulation wird konsequent geahndet