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Leistungsentwicklung in der Psychiatrie


In den letzten Jahren stiegen die Krankenkassenausgaben für psychiatrische Erkrankungen bei den Kassen dramatisch an. Allein die Ersatzkassen gaben 2007 für die stationäre Versorgung ihrer psychiatrisch Erkrankten 53,1 Millionen Euro aus. Dabei haben die Ersatzkassen als größte Kassenart in Hamburg zirka 48 Prozent Belegungsanteil (Gesamtkrankenhausaufenthalte als auch psychiatrische Erkrankungen).

Bundesweit betrugen die Ausgaben für psychiatrische Erkrankungen 1.515 Milliarden Euro. Das ist ein Anteil von 10,21 Prozent (Hamburg 9,12 Prozent) der Krankenhausbehandlung. Vor rund zehn Jahren betrug der Anteil nach eigenen Schätzungen noch etwa vier bis fünf Prozent. Die psychiatrischen Erkrankungen wie die Schizophrenie, Depressionen, Sucht und Angstzustände gehören heute zu den teuersten Erkrankungen in Deutschland.


Quelle: vdek-Landesvertretung Hamburg

Für diese rasante Leistungsentwicklung gibt es zwei Hintergründe der. Zum einen sind es die hohen Anforderungen an die Beschäftigten, unter anderem ihre Angst vor dem Arbeitsplatzverlust und andere soziale Unsicherheiten. Zum anderen haben die Ärzte eine verbesserte diagnostische Kompetenz erworben, so dass der Entdeckungsgrad von psychiatrischen Krankheiten gestiegen ist. Außerdem sind diese Krankheiten bei den Patienten kein Tabuthema mehr.

Insbesondere die Ersatzkassen wollen für ihre Versicherten eine aktivere Rolle in der Patientensteuerung übernehmen. Ziel ist neben der Kostensteuerung auch, aktiv auf die patientengerechte Versorgung einzuwirken, denn die Gesamtversorgung ist noch immer nicht optimal. Das Ineinandergreifen der ambulanten und stationären Behandlung ist verbesserungsbedürftig. Auch dies ist ein Grund für steigende Ausgaben, denn eine schlechte Betreuung des Patienten lässt die Wiederaufnahmerate ins Krankenhaus steigen.

Die Ersatzkassenverbände sehen gerade diese neuen Wege der Patientensteuerung als wichtige Möglichkeit an, die Versorgungssituation in Hamburg zu optimieren. Die derzeitigen stationären psychiatrischen Bettenkapazitäten in Hamburg sehen wir allerdings als bedarfsgerecht an. Es bestehen sogar noch Reserven, wenn die Nachsorgeangebote weiter verbessert werden, um die Drehtüreffekte zu reduzieren oder zu vermeiden.



Als Lösungsweg wäre u. a. eine sektorale Zusammenarbeit entlang eines Behandlungspfades des Patienten zu organisieren. Das Ineinandergreifen stationärer und ambulanter Behandlung muss weiter verbessert werden, auch verbunden mit neuen Vergütungsformen. Zusätzliche Krankenhausbetten sind dann auch bei steigenden Fallzahlen nicht unbedingt notwendig.


Patientenrechte-Gesetz: Da geht noch viel mehr

 

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