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Pressemitteilung
der vdek-Landesvertretung
Niedersachsen

Hannover, 26. Februar 2009

Arzneimittelverordnungen 2008:
Ärzte in Niedersachsen müssen acht Millionen Euro Regress leisten

Die niedergelassenen Ärzte in Niedersachsen müssen für das Jahr 2008 voraussichtlich einen gemeinsamen Regress in Höhe von acht Millionen Euro leisten, weil die Kosten ihrer Arzneimittelverordnungen deutlich zu hoch waren. Nach jetzt vorliegenden Hochrechnungen des Deutschen Apothekerverbandes haben die Mediziner im abgelaufenen Jahr landesweit Pillen und Salben im Wert von 2,417 Milliarden Euro verschrieben. Das entspricht einer Steigerung von 122 Millionen Euro oder 5,32 Prozent gegenüber 2007. Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen hatten vereinbart, dass die Ärzteschaft mit bis zu acht Millionen Euro haftet, wenn der Zuwachs mehr als 3,5 Prozent beträgt. „Die Ärzte müssen sich noch stärker als bisher auch um Wirtschaftlichkeit bemühen, indem sie zum Beispiel Wirkstoffe statt Herstellerpräparate verordnen“, sagte der Leiter des Verbandes der Ersatzkassen (vdek) in Niedersachsen, Jörg Niemann.

Niemann bedauerte, dass durch Überschreitung der Obergrenze eine große Chance vertan wurde. „Bei Zielerreichung wäre die gemeinsame Haftung der Ärzteschaft nicht eingetreten und auch die individuellen Richtgrößenprüfungen entfallen“, erklärte er. Gerade die Richtgrößenprüfungen, die zu Regresszahlungen einzelner Praxen führen können, würden schließlich von den Ärzten vehement beklagt.  Niemann rief die Ärzte dazu auf, alles daran zu setzen, die Haftungsgrenze für das laufende Jahr einzuhalten, um Regresse und Richtgrößenprüfungen zu verhindern. „Die Latte liegt bei einer Steigerung der Ausgaben gegenüber 2008 um knapp fünf Prozent. Das ist großzügig bemessen und sollte, ernsthafte Anstrengungen vorausgesetzt, zu schaffen sein“, sagte Niemann.

Als positives Beispiel verwies er auf den Heilmittelbereich. Da die Ausgaben dort weit über dem Bundesdurchschnitt lagen, hatten Kassen und Kassenärztliche Vereinigung für 2008 eine Ausgabensenkung gegenüber dem Vorjahr um 3 % vereinbart. „Nach den vorliegenden Zahlen für die ersten drei Quartale scheint die Erreichung dieses Zieles wahrscheinlich. Damit würden für Heilmittel im Jahr 2008 keine Richtgrößenprüfungen durchgeführt und keine arztbezogenen Regresse fällig.“, sagte Niemann.

Für eine effiziente Arzneimittelversorgung unterstützen Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigung die Ärzte unter anderem durch eine Liste mit Präparaten, die trotz deutlich höherer Kosten nur unklaren oder geringen Zusatznutzen gegenüber anderen bieten. vdek-Landesleiter Niemann rief die Ärzte außerdem dazu auf, verstärkt Wirkstoffe statt Herstellerpräparate zu verordnen. Bei einer Wirkstoffverordnung sucht der Apotheker unter den geeigneten Präparaten eines der drei kostengünstigsten aus.

Niemann unterstrich die Bedeutung eines guten Arzneimittelmanagements in den Praxen. „Die Ärzte sollen nicht um jeden Preis sparen, sondern sorgsam mit den Ressourcen umgehen. Es ist den Versicherten nicht zuzumuten, mit ihren Beiträgen für überteuerte oder überflüssige Medikamente zu bezahlen“, sagte er.

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