Pressemitteilung
der vdek-Landesvertretung
Niedersachsen
Hannover, 16. März 2011
Kein Verständnis für Protest der Orthopäden: „Ärzteschaft muss Frage nach gerechter Verteilung ihrer Honorare selbst beantworten“
Mit Unverständnis reagiert der Verband der Ersatzkassen (vdek) auf Proteste von Orthopäden in Hannover gegen Honorarverluste. „Die Krankenkassen in Niedersachsen haben allein 2009 mehr als 500 Millionen Euro zusätzlich für die ärztliche Vergütung zur Verfügung gestellt. Wenn jetzt einzelne Arztgruppen gegen die Kassen protestieren und ihre Patienten aussperren, weil sie sich anderen Arztgruppen gegenüber benachteiligt fühlen, ist das absurd“, sagte der Leiter der vdek-Landesvertretung, Jörg Niemann. Die Frage einer gerechten Verteilung der Krankenkassenhonorare müsste die Ärzteschaft in erster Linie selbst beantworten. So sei es im Zuge der jüngsten Honorarreformen ausdrücklicher Wunsch der Ärzteschaft selbst gewesen, dass etwa die Einkommen von Hausärzten und anderen Arztgruppen deutlich steigen und die der Spitzenverdiener etwas reduziert werden. Dabei stehen die Orthopäden mit einem Jahreseinkommen von bundesweit durchschnittlich 186.000 Euro nach den Radiologen an zweiter Stelle (Bezugsjahr 2007).
Dessen ungeachtet sind die Krankenkassen in Niedersachsen bereit, Korrekturen der Honorarverteilung zuzustimmen, wenn die Ärzteschaft die Angleichung der Einkommen zwischen den einzelnen Arztgruppen für zu weitgehend hält. In diesem Sinne haben sich die Kassenverbände gestern auf Fachebene mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen darauf verständigt, dass Ärzte bestimmter Fachgruppen, die im Zuge der Honorarreform mehr als fünf Prozent Einkommen verloren haben, einen Ausgleich erhalten. Dieser wird aus dem generellen Honorarzuwachs des laufenden Jahres finanziert.
Die Zahlen über einzelne Vergütungsbestandteile, die die Orthopäden im Zuge ihres Protestes verbreitet haben, bezeichnete Niemann als falsch. „Die tatsächlichen Werte sind um ein Vielfaches höher, sonst würden unter dem Strich auch nicht solche Spitzenverdienste zustande kommen“, sagte er. Auch hätten Kassen und Kassenärztliche Vereinigung in Niedersachsen den Beschluss der Selbstverwaltung auf Bundesebene vom 25. Januar 2011, nach dem die Honorarverschiebungen zwischen Arztgruppen in den Ländern zu analysieren und gegebenenfalls zu korrigieren sind, kurzfristig umgesetzt.
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