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Alkohol, Nikotin & Co. -  die ganz legalen Süchte

Flatrate-Partys und der übermäßige Alkoholkonsum von Jugendlichen bestimmen derzeit das Bild in der Öffentlichkeit, wenn es um den Konsum von Rauschmitteln geht. Und in der Tat: Der Alkoholkonsum von Jugendlichen hat sich dramatisch verändert. Während Heranwachsende vor drei Jahren noch 44,2 g reinen Alkohol pro Monat tranken, sind es inzwischen 50,4 g. 19.500 Kinder und Jugendliche wurden 2006 aufgrund von Alkoholvergiftungen in eine Notaufnahme eingeliefert, so die traurige Bilanz der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Sabine Bätzing in einem Interview.

Die Folgen eines exzessiven Alkoholkonsums sind nicht nur persönliches Leid und familiäre Konflikte, sondern auch ein immenser volkswirtschaftlicher Schaden: Denn nicht nur Krankheiten, die eine direkte Folge des Konsums sind - wie etwa Alkoholabhängigkeit oder eine alkoholbedingte Magenschleimhautentzündung - schlagen hier zu Buche: Es geht um Arbeitsausfälle, Frühverrentung und verlorene Lebensjahre. Folgen, die sich nicht einmal in monetärer Hinsicht mit Steuereinnahmen aus dem Verkauf von Alkohol und Tabak aufwiegen lassen.

Während sich die Fachleute weitgehend einig sind, dass im Bereich der Alkoholprävention noch erheblicher Handlungsbedarf besteht, gibt es in anderen Bereichen durchaus Erfolge zu verzeichnen: So fangen immer weniger junge Menschen an zu rauchen. Nur noch 39,4 Prozent der 18- bis 24-jährigen Westdeutschen griffen 2006 zur Zigarette, 1980 waren es noch 57,4 Prozent. Nichtrauchen ist damit auf dem besten Weg, von der Ausnahme zur Regel zu werden. Gezielte Präventionsangebote, auch der Ersatzkassen, Kampagnen der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung und andere Initiativen haben ihren Teil zu einem Stimmungswandel beigetragen. Sie haben so dafür gesorgt, dass die individuelle Verhaltensänderung leichter fällt. Ein Trend, den die neuen Nichtraucherschutzgesetze noch verstärken dürften.

Doch diese Erfolge sind kein Grund sich zurückzulehnen. Noch viel zu viele Menschen schlittern heute in eine Abhängigkeit - und finden allein nicht mehr hinaus. Hier gilt es, möglichst viele Menschen für die Gefahren von Alkohol, Nikotin und Co. zu sensibilisieren, damit sie einen problematischen Konsum möglichst frühzeitig erkennen und korrigieren. Denn legal heißt noch lange nicht harmlos.


Die Ersatzkasse 04/2008