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Gewappnet für turbulente Zeiten: Ersatzkassen bündeln ihre Kräfte

Thomas Ballast
Vorstandsvorsitzender des vdek

Acht Ersatzkassen = ein Verband, so lautet seit dem 1.1.2009 die einfache Gleichung für die Ersatzkassengemeinschaft. Der neue Verband der Ersatzkassen - kurz vdek - geht aus dem Verband der Angestellten-Krankenkassen e. V. (VdAK) hervor. Auch die Gmünder Ersatzkasse (GEK), zuvor das letzte verbleibende Mitglied des AEV - Arbeiter Ersatzkassen-Verbandes e. V., hat sich dem vdek angeschlossen.

Der neue Name ist auch mit einem neuen Erscheinungsbild verbunden. Ein Erscheinungsbild, das den Dienstleistungs- und Servicecharakter des Verbandes unterstreicht und für einen neuen Aufbruch steht. Um die Interessen der Ersatzkassen gegenüber der Politik und dem Spitzenverband Bund noch effektiver zu vertreten, wird der vdek Mitte des Jahres 2009 seinen Sitz nach Berlin verlegen. Der Verband ist damit für die Zukunft gut gerüstet. Dass wird er auch sein müssen, denn das neue Jahr hält mit dem Gesundheitsfonds, drohenden Zusatzbeiträgen und einer äußerst angespannten wirtschaftlichen Lage einige Herausforderungen bereit. Und die Interessenvertretung wird 2009 nicht leichter, da die politischen Akteure aufgrund einer ungewöhnlich hohen Zahl von Wahlgängen ? acht Kommunalwahlen, vier Landtagswahlen, eine Europawahl und nicht zuletzt eine Bundestagswahl ? unter einer ernormen Anspannung stehen.

Die Krankenkassen haben gegenüber der Politik bereits in der Vergangenheit wiederholt deutlich gemacht, dass der Einheitsbeitragssatz von 15,5 Prozent zu knapp bemessen ist. Dies gilt in Anbetracht der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung umso mehr. Die Bundesregierung will nun im Rahmen des zweiten Konjunkturprogramms den Bundeszuschuss für die gesetzliche Krankenversicherung bereits zum 1. Juli für das Jahr 2009 um 3 Milliarden Euro erhöhen. 2010 soll der Zuschuss auf 6 Milliarden Euro aufgestockt werden. Wenn jedoch zugleich der Beitragssatz von 15,5 auf 14,9 Prozent sinkt, ändert sich nichts an der unzureichenden finanziellen Ausstattung des Gesundheitsfonds. Es drohen daher nach wie vor Zusatzbeiträge, die von den Versicherten allein zu tragen sind. Außerdem stellt sich die Frage, ob 2011 der Steuerzuschuss wieder zurückgefahren wird und im schlimmsten Fall die Versicherten dann die jetzige Senkung des Beitragssatzes über Zusatzbeiträge finanzieren. Eine solche einseitige Belastung der Versicherten würde die paritätische Finanzierung weiter aufweichen.


Die Ersatzkasse 01/2009