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Von anderen lernen – Gesundheitssysteme im Vergleich

Thomas Ballast
Vorstandsvorsitzender des vdek

Wenn es darum geht, das optimale Gesundheitssystem zu identifizieren, greift man gerne auf Ländervergleiche zurück, auf so genannte Rankings. Die Enttäuschung ist dann oftmals groß, wenn sich Deutschland nicht auf den vorderen Plätzen befindet. Die Platzierung allein ist dabei allerdings oft wenig aussagekräftig. Ein genauer Blick in die Ausarbeitung der Rankings gibt weit detailliertere Auskünfte darüber, wie es um die zu vergleichenden Gesundheitssysteme bestellt ist, und dabei schneidet Deutschland häufig besser ab, als zunächst erkennbar. (Penter)

 

Wenn wir in Deutschland über den "Tellerrand" schauen und ausländische Gesundheitssysteme in Teilen genauer betrachten, sind wir streckenweise von diesen Systemen angetan, auch wenn das eigene System durchaus Vorteile hat. Können wir dabei von anderen lernen? Wir können, allerdings können auch wir etwas weitergeben. Hierbei ist es wichtig, einen offenen Blick für beides zu haben. (Danner)

 

Werden wir Deutschen direkt gefragt, sind wir, internationalen Studien zufolge, mit unserem Gesundheitswesen chronisch unzufrieden und dies, obwohl die finanzielle Absicherung solide funktioniert und Fehler vergleichsweise selten passieren. Ärzte und Patienten sind sich demnach mehrheitlich einig, dass das deutsche Gesundheitssystem grundlegend reformiert werden müsse. Diese Diskrepanz zwischen "Sein und Fühlen" ist die größte Auffälligkeit einer Serie von Umfragen des Commonwealth Funds, an denen sich auch Deutschland beteiligt hat. (Koch)

 

Ein Blick über den Atlantik in die USA verrät wie schwierig es ist, ein Gesundheitssystem zu reformieren. Seit Langem ist das amerikanische Gesundheitssystem aus unserer Sicht krank, davon zeugen allein die 47 Millionen US-Bürger, die keinen Krankenversicherungsschutz haben. Es ist wohl eines der ehrgeizigsten Unternehmen Obamas, die Gesundheitsreform in einem Land auf den Weg zu bringen, in dem der Solidaritätsgedanke nicht so verbreitet ist wie hierzulande. Die parlamentarischen Hürden sind hoch, die Diskussionen hitzig und der Zuspruch für den Präsidenten in der Bevölkerung ist gesunken. (Espey)

 

Gesundheitspolitik ist eben schwierig. Vor allem dann, wenn es um einen monumentalen System-Umbau wie in den USA geht. Aber es lohnt sich immer, für die bestmögliche Gesundheitsversorgung der Menschen zu kämpfen, hüben wie drüben.


Die Ersatzkasse - 08/2009