Sozialministerin Katrin Altpeter im Gespräch mit Experten

Landespsychiatriegesetz in den bestehenden Strukturen verbessern

Verband der Ersatzkassen (vdek) wirkt mit

Reutlingen, 7.11.11 - Das Landespsychiatriegesetz soll in seinen bestehenden Strukturen verbessert werden. Derzeit gibt es in fast drei Viertel der Stadt- und Landkreise Anlaufstellen für betroffene Menschen mit einem oder mehreren Gemeindepsychiatrische Zentren (GPZ). Ministerin Katrin Altpeter möchte in einem offenen, fairen und vertrauensvollen Dialog die Eckpunkte für das Landespsychiatriegesetz erarbeiten. Psychisch kranken Menschen soll ein zeitgemäßes, an den individuellen Bedürfnissen des Einzelnen ausgerichtetes und vor allem verlässliches Hilfesystem zur Verfügung stehen. Dabei steht der Mensch im Mittelpunkt des psychiatrischen Handelns. In Baden-Württemberg existiert ein gut ausgebautes und weit verzweigtes Netz an Hilfsangeboten für psychisch kranke Menschen. In den Stadt- und Landkreisen gibt es als Anlaufstelle für betroffene Menschen ein oder mehrere Gemeindepsychiatrische Zentren (GPZ). Alle diese Gemeindepsychiatrischen Zentren verfügen über einen Sozialpsychiatrischen Dienst (SpDi), einen Soziotherapie-Erbringer, eine Tagesstätte sowie eine Institutsambulanz. Ziel ist es, die vorhandenen Hilfeangebote zum einen auszubauen und zum anderen verbindlich zu machen. Verbesserungsbedarf wird insbesondere bei den niedrigschwelligen Angeboten wie beispielsweise den Sozialpsychiatrischen Diensten (SpDi) und der Rehabilitation psychisch Kranker gesehen. Die hohen Zugangsvoraussetzungen zu einer Rehabilitationsmaßnahme für psychisch kranke Menschen sollen ebenso geprüft werden. Das Landespsychiatriegesetz soll die Vorschläge der Akteure in der Psychiatrie aufgreifen und umsetzen. Deswegen werden zur Erarbeitung der Eckpunkte plural besetzte Arbeitsgruppen eingesetzt. Diese Eckpunkte sollen dann die inhaltliche Grundlage für die weitere Diskussion sein.

Der Verband der Ersatzkassen und die Ersatzkassen beteiligen sich aktiv an der AG Landespsychiatriegesetz. Frank Winkler, Stv. Leiter des Verbands der Ersatzkassen bekräftigte, dass im Land ein gut ausgebautes und weit verzweigtes Netz an Hilfsangeboten für psychisch kranke Menschen besteht. In den Stadt- und Landkreisen gibt es als Anlaufstelle für betroffene Menschen ein oder mehrere Gemeindepsychiatrische Zentren (GPZ). Den Ersatzkassen ist weiterhin an einer Sektoren übergreifenden Verzahnung sämtlicher Angebote für psychisch kranke Menschen gelegen, die dazu beiträgt, Strukturen effektiver und effizienter zu gestalten. Schnittstellen sind zu überprüfen. Doppelstrukturen müssen erkannt und vermieden werden. Qualität und Ökonomie müssen einander bedingen. Hierzu sind die Abläufe zunächst im Status quo nachzuvollziehen. Hierzu gehören die kommunalen Versorgungsstrukturen wie die Gerontopsychiatrische Versorgung, die Gemeindepsychiatrischen Zentren und die Beratungsstellen der Sozialpsychiatrischen Dienste. Im Rahmen der Status Quo-Darstellung sind die Schnittstellen der Sozialgesetzbücher V, IX, XI und XII aufzuzeigen. Wichtige Themen sind die sektorenübergreifende Versorgung, die Aufgaben der Stadt- und Landkreise sowie die Koordination der Leistungserbringer - auch um Doppelstrukturen aufzudecken. Unerlässlich sind aber auch die Themenfelder Qualitätssicherung, Evaluation, Gesundheitsberichterstattung sowie die Versorgungsforschung. Die Arbeitsgruppen sollen ab Februar 12 ihre Arbeit aufnehmen.


Kontakt

Frank Winkler
Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek)
Landesvertretung Baden-Württemberg

Tel.: 07 11 / 2 39 54 - 19
E-Mail: frank.winkler@vdek.com