Diskussionsveranstaltung Gesundheitsrisiko ländlicher Raum? 23. Februar 2011 im Schwörsaal in Ravensburg

Versorgung für die Landkreise Bodensee und Ravensburg gewährleistet

Sozialmedizinische Nachsorge für schwer und chronisch kranke Kinder

Die Arbeitsgemeinschaft Kinderkrankenpflege Region Oberschwaben, Bodensee, Allgäu (akrobat) lud am 23. Februar 11 zu einer Diskussionsveranstaltung mit dem als Frage formulierten Titel „Gesundheitsrisiko ländlicher Raum?“ in den Schwörsaal nach Ravensburg ein. Hierbei ging es um die Bedeutung einer gesicherten ambulanten Versorgungsstruktur für die Lebensqualität von Familien mit Frühgeborenen und schwer erkrankten Kindern. „Die sozialmedizinische Nachsorge für schwer und chronisch kranke Kinder in dieser Region ist gewährleistet, weil hier Einiges getan wurde“, machte Frank Winkler vom Verband der Ersatzkassen deutlich.

Wenn ein Kind lebensbedrohlich erkrankt, einen schweren Unfall erleidet oder in Folge einer Frühgeburt dauerhaft mit Problemen zu kämpfen hat, ändert sich das Leben der ganzen Familie. Allein in Baden-Württemberg müssen 2.300 Kinder und ihre Familien mit einer solchen lebenslimitierenden Diagnose leben. Für die Landkreise Bodensee und Ravensburg sind es etwa 100 betroffene Kinder. Für die einzelnen Familien steckt hinter diesen Zahlen nicht nur die hochkomplexe Organisation einer medizinisch-pflegerischen Versorgung, sondern auch eine psychosozial stark belastete Situation. „Und genau dort greift die Sozialmedizinische Nachsorge nach § 43 Abs. 2 SGB V für chronisch und schwerstkranke Kinder und Jugendliche“, so Frank Wínkler vom Verband der Ersatzkassen. Die sozialmedizinische Nachsorge setzt am Ende des Krankenhausaufenthalts an, hilft den Übergang nach Hause zu meistern, organisiert und koordiniert die ambulanten Therapien, Beratungen und Schulungen sowie Rehabilitationsleistungen. Sie begleitet die Patientenfamilien in den ersten Wochen zu Hause, entlastet emotional und hilft in der Bewältigung des Alltags. Auch die Überleitung und die begrenzte Begleitung im Rahmen der Palliativphase eines Kindes können im Rahmen der Sozialmedizinischen Nachsorge angeboten werden.

„Wir haben deshalb für diese Region im Oktober 2010 eine Vereinbarung mit der St. Gallus-Hilfe „Gemeinsam für Kinder – familienorientierte Nachsorge“ in Ravensburg abgeschlossen. Diese Vereinbarung gilt über den Verband der Ersatzkassen hinaus auch für die BKK/IKK-Arbeitsgemeinschaft und die Knappschaft. Grundlage ist ebenso ein Kooperationsvertrag zwischen der Oberschwabenklinik gGmbH, der Stiftung Liebenau und der St. Gallus-Hilfe für Behinderte gGmbH als Trägerin der Nachsorgeeinrichtung „Gemeinsam für Kinder“. Die Oberschwabenklinik unter der ärztlichen Leitung von PD Dr. med. Andreas Artlich verfügt über eine hochqualifizierte Abteilung für Kinderheilkunde, Jugendmedizin und Neonatologie im Klinikum. Die Leistung der Klinik reicht von der allgemein pädiatrischen Versorgung bis hin zur Versorgung von schwersten Formen kindlicher Erkrankung, Intensivmedizin und der Neonatologie. Die St. Gallus-Hilfe der Stiftung Liebenau bietet familienorientierte Nachsorge für chronisch-, krebs- und schwerstkranke Kinder und Jugendliche an“, so Frank Winkler.

Vieles hat sich für diese Kinder verbessert: Die neonatologische und spezialisierte pädiatrische Behandlung, die Möglichkeiten der häuslichen, technologieunterstützten Pflege und auch die Nebenwirkungen und Spätfolgen wurden reduziert. Das erlaubt vielen Kindern mit chronischen und schweren Krankheiten länger zu überleben und eine gute Lebensqualität zu erreichen.

Sozialmedizinische Nachsorge arbeitet mit dem Ansatz „Case-Management“, der vor allem dafür sorgt, dass die Betroffenen Familien mit allen notwendigen Helfern und Leistungserbringern vernetzt werden und so die Krankheit besser bewältigen. Als großer Vorteil wird die aufsuchende Hilfe angesehen, d. h.: die Case-Manager kommen zu den Familien und helfen ihnen in der vertrauten Umgebung mit der durch die Krankheit veränderten Situation zurechtzukommen.

Foto: Diskutierten gemeinsam über Gesundheitspolitik (von links): Frank Winkler vom Verband der Ersatzkassen, Professor Dr. Christian Poets von der Uniklinik Tübingen, Dr. med. Andreas Artlich von der Oberschwabenklinik Ravensburg und der Geschäftsführer der Kirchlichen Sozialstation Wolfgang Jauch. Nicht im Bild: Christoph Gräf vom Netzwerk Familie der Stiftung Liebenau.

 

> Präsentation Frank Winkler, Verband der Ersatzkassen
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Ihr Ansprechpartner:
Frank Winkler
Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek)

Landesvertretung Baden-Württemberg
Frank Winkler
Tel.: 07 11 / 2 39 54 - 19
E-Mail: frank.winkler@vdek.com