Ausbau und Koordinierung der Versorgungsforschung in Baden-Württemberg

1. Beiratssitzung vom 2. Mai 2011 in der Robert-Bosch-Stiftung

Im schönen Ambiente der Robert-Bosch-Stiftung trafen sich Akteure des Gesund­heitswesens interdisziplinär zu ihrer 1. Beiratssitzung. „Die Pfeilspitze der Versorgungsforschung soll von Baden-Württemberg ausgehen“, so Prof. Dr. Joachim

Szecsenyi bei seiner Einführung.

 

Das Programm „Ausbau und Koordinierung der Versorgungsforschung in Baden-Württemberg“ wurde vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Abstimmung mit dem Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Senioren initiiert.

 

Übergeordnetes Ziel ist dabei der nachhaltige Ausbau der Versorgungsforschung in Baden-Württemberg. Dies soll durch eine Bündelung bereits bestehender Forschungsaktivitäten, eine Initiierung neuer versorgungsrelevanter Projekte, gezielte Nachwuchsförderung und eine kooperative Vernetzung von Forschungseinrichtungen erreicht werden. Das Programm wird gemeinsam mit Wissenschaftlern der fünf medizinischen Fakultäten in Baden-Württemberg und dem Zentralinstitut für seelische Gesundheit koordiniert. Hierzu gehören das Universitätsklinikum Freiburg, das Universitätsklinikum Heidelberg, die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, das Zentralinstitut für seelische Gesundheit in Mannheim, das Universitätsklinikum Tübingen und die Universität Ulm.

 

Im Rahmen der Vorstellungsrunde wurden die Problemlage und die Erwartungen aus Sicht der Anwesenden geschildert. „Eine gesundheitspolitische Position des Verbands der Ersatzkassen“, so Frank Winkler vom Verband der Ersatzkassen, „ist die Forcie­rung der Versorgungsforschung und der Versorgungsangebote für eine älter werdende Gesellschaft. Im Gesundheitswesen fehlen vielfach Erkenntnisse über den Nutzen medizinischer Leistungen. Daher sollte künftig mit Unterstützung praxisnaher und methodisch hochwertiger Versorgungsforschung evaluiert werden, welche Leistungen, Strukturen und Verfahren die Versorgung nachhaltig verbessern. Es muss allerdings sichergestellt sein, dass Versorgungsforschung unabhängig von den Interessen der Leistungserbringer erfolgt“, so Winkler weiter. „Die bisher zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel reichen nicht aus.“

 

„Die demographische Entwicklung wird häufig als eine der Hauptursachen für den Anstieg der Gesundheitsausgaben gesehen. Die kurz- und mittelfristige Kosten­entwicklung wird dabei deutlich überschätzt. Eine „alternde“ Gesellschaft benötigt allerdings eine Veränderung des Versorgungsspektrums, da mehr altersassoziierte Erkrankungen – wie etwa Hypertonie und Diabetes – sowie mehr chronisch-degenerative Erkrankungen – wie etwas Demenz und Parkinson – eine stärkere geriatrisch ausgerichtete Versorgung erfordern. Daher müssen rechtzeitig neue Versorgungskonzepte entwickelt und die Versorgungsstrukturen angepasst werden. Hierzu sind seitens der Versorgungsforschung ebenfalls Erkenntnisse und Vorschläge zu erarbeiten. Dies gilt auch bei der Aus- und Weiterbildung von Ärzten und Pflegepersonal. Hier sollte eine Schwerpunktsetzung für eine altersgerechte medizinische Versorgung erfolgen.“, so Frank Winkler in seinem Statement.

 

Der Beirat hat bereits eine Internetplattform geschaffen, die unter www.versorgungsforschung-bw.de abgerufen werden kann.

 

Die Teilnehmer des 1. Beiratstreffens finden Sie auf dieser Internetseite. Ein fotografisches Stelldichein gaben die Teilnehmer in der Robert-Bosch-Stiftung.




Ihr Ansprechpartner:
Frank Winkler
Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek)

Landesvertretung Baden-Württemberg
Frank Winkler
Tel.: 07 11 / 2 39 54 - 19
E-Mail: frank.winkler@vdek.com