Verhandlungen zur Weiterentwicklung der Pflegenoten:

An mangelnder Kompromissbereitschaft kleiner Pflegeverbände vorerst gescheitert 

Für die Übergangszeit erleichtert in Baden-Württemberg eine Lesehilfe die Suche nach einem geeigneten Heim.

Nach monatelangen Gesprächen und einer greifbaren Einigung sind auf Bundesebene die Verhandlungen zur Weiterentwicklung der Pflegenoten für Pflegeheime an der starren Blockadehaltung des Verbandes Deutsche Alten- und Behindertenhilfe (VDAB) und des Arbeitgeber- und BerufsVerbandes der Privaten Pflege (ABVP) vorerst gescheitert. Die beiden Verbände, die zusammen weniger als fünf Prozent der Pflegeanbieter repräsentieren, lehnen eine kurzfristige Änderung der Pflegenoten grundsätzlich ab. Für eine Weiterentwicklung der Pflegenoten ist nach den gesetzlichen Vorgaben jedoch die Zustimmung aller Vertragspartner notwendig. Die Verweigerungshaltung der kleinen Verbände war von allen Seiten gerügt worden, weil davon vor allem solche Pflegeeinrichtungen profitieren, die heute eine mangelhafte Bewertung in diesen besonders kritischen Pflegebereichen, wie z. B. Flüssigkeitsversorgung, erhalten haben.

„In Baden-Württemberg wurde deshalb eine Lesehilfe konzipiert, welche  die Suche nach einem geeigneten Heim erleichtert“, so Frank Winkler vom Verband der Ersatzkassen. „Die Lesehilfe richtet sich an Menschen, die für sich oder ihre pflegebedürftigen Angehörigen in absehbarer Zeit ein Pflegeheim suchen, in dem sie bzw. die pflegebedürftigen Angehörigen fach- und sachgerecht, aber auch nach ihren individuellen Wünschen und Erfordernissen gepflegt und versorgt werden können. Sie hilft, zentrale Fragen beispielsweise der Ernährung und Flüssigkeitsversorgung oder der Vorbeugung von Wundliegegeschwüren zu beantworten und trägt zum besseren Verständnis der inneren Zusammenhänge eines Pflegeheimes bei.“

Die Lesehilfe wurde von der Arbeitsgemeinschaft Qualitätssicherung des Gesundheitsforums Baden-Württemberg unter Leitung von Professor Dr. Hans-Konrad Selbmann bereits im Juli 2010 entwickelt und kann unter www.gesundheitsforum-bw.de  – Qualitätsberichte – Transparenzberichte der Pflegeheime oder unter www.vdek.com - Landesvertretung Baden-Württemberg gefunden und abgerufen werden.

„Alles, was zur Transparenz und Qualität in Pflegeheimen beiträgt, ist vom Grundsatz zu begrüßen“, so der stv. Leiter des Verbands der Ersatzkassen. Er hält aber nach wie vor an dem Ziel der Verbesserung des Pflege-TÜV fest. Schließlich wird mit der Methode nur geprüft, ob bestimmte Vorschriften eingehalten werden bzw. bestimmte Angebote vorliegen. „Wenn man hier mit „ja“ oder „nein“ antworten kann, gibt dies noch keinen Aufschluss über die Qualität einer Leistung“, so Frank Winkler. Der Pflege-TÜV muss auf der Grundlage einer Evaluation weiter verbessert werden. „In den Einrichtungen in Baden-Württemberg wird grundsätzlich offenbar gute Pflege geleistet. Der derzeitige Notendurchschnitt bei stationären Pflegeeinrichtungen liegt bei 1,4. Allerdings darf dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch in Einzelbereichen noch deutliche Defizite geben kann.“ Frank Winkler rät den Pflegebedürftigen deshalb dringend, auch die Einzelnoten zu betrachten. „Pflegenoten und vdek-Pflegelotse sind nur ein Baustein bei der Suche nach einer geeigneten Einrichtung. Unsere Lesehilfe bietet ein weiteres Angebot für den potentiellen Interessenten eines Pflegeheimes. Sie ersetzen nicht den Besuch in der Einrichtung und die Beratung durch die Pflegekassen“, so der stv. Leiter des Verbands der Ersatzkassen.


Ihr Ansprechpartner:
Frank Winkler
Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek)

Landesvertretung Baden-Württemberg
Frank Winkler
Tel.: 07 11 / 2 39 54 - 19
E-Mail: frank.winkler@vdek.com