Integrierte Versorgung

Brust- und Eierstockkrebs

In Deutschland erkranken jährlich etwa 70.000 Frauen an Brustkrebs. Es ist damit die häufigste Krebserkrankung bei weiblichen Patienten. Nicht zuletzt durch die Berichte über prominente Betroffene wurde das Thema Brustkrebs in den letzten Jahren auch in der Öffentlichkeit präsenter. In einigen Familien tritt die Erkrankung gehäuft und bereits in frühem Alter auf. Burst- und Eierstockkrebs (BREK) wird an zertifizierten BREK-Zentren diagnostiziert und therapiert.

Gen-Diagnostik

Durch die Analyse von ausgewählten Genen kann nachgewiesen werden, dass die Brust- oder Eierstockkrebserkrankung vererbt wurde. In diesen Fällen spricht man von familiär bedingtem Brust- bzw. Eierstockkrebs. Schätzungen zufolge gehen rund 15 – 20 Prozent aller Brustkrebserkrankungen auf einen angeborenen Gendefekt in einem der Risikogene BRCA1 oder BRCA2 zurück.

Brust- und Eierstockkrebszentren in Bayern

Seit Ende der 1990er Jahre haben sich bundesweit an verschiedenen Universitätskliniken BREK-Zentren gebildet, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Frauen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko für genetisch bedingten Brustkrebs frühzeitig zu identifizieren und deren Risiko für den Ausbruch der Erkrankung zu bestimmen. Ziel ist es den Erkrankungsverlauf zu verbessern und die Zahl der Neuerkrankungen zu senken. Die Zentren arbeiten unter dem Dach des „Deutschen Konsortiums für Familiären Brust- und Eierstockkrebs“ zusammen. Um ihren betroffenen Versicherten und deren Angehörigen eine strukturierte Diagnostik, Behandlung und vor allem auch Beratung anbieten zu können, haben die Ersatzkassen in Bayern mit den BREK-Zentren

  • München, Klinikum rechts der Isar und Klinikum Großhadern
  • Regensburg, Universitätsklinik Regensburg
  • Würzburg, Universitätsklinik Würzburg

Leistungen der Besonderen Versorgung

Im Zeitverlauf wurden die rechtlichen Grundlagen der besonderen Versorgungsmöglichkeiten für Brust- und Eierstockkrebserkrankte weiter entwickelt und stets neuen Gegebenheiten angepasst. Mit allen BREK-Zentren in Bayern wurden dementsprechend Verträge auf dem aktuellen rechtlichen und medizinischen Stand auf Basis einer Besonderen Versorgung nach § 140a SGB V abgeschlossen.

Aufgrund des außerordentlich hohen Erkrankungsrisikos benötigen die betroffenen Frauen umfangreiche präventive Maßnahmen. Dies gilt auch für bereits erkrankte Frauen, denn das Risiko, nach einer überstandenen Ersterkrankung noch einmal an Brust- und Eierstockkrebs zu erkranken, ist bei Ihnen ebenfalls erhöht. Eine engmaschige Nachsorge ist daher geboten und integraler Versorgungsbestandteil.

In enger Abstimmung mit dem „Deutschen Konsortium für Familiären Brust- und Eierstockkrebs“ wurde das Fachkonzept um die Indikationsstellung zur sog. PARPI-Therapie erweitert und damit auch Möglichkeiten zur Kooperation mit zertifizierten Brustzentren bzw. gynäkologischen Krebszentren geschaffen. Durch die Zusammenarbeit soll insbesondere die Qualität der Diagnostik und Beratung in den Kooperationszentren verbessert werden und damit unnötige Testungen auf die Genmutation BRCA 1/2 vermieden werden.

Weiterführende Links:

1. Zentrum Familiärer Brust- und Eierstockkrebs des Klinikums München rechts der  Isar der Technischen Universität München (TUM)

2. Sprechstunde Erblicher Brust-  und Eierstockkrebs des Klinikums München Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München

3. Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs der Universität Regensburg

4. Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs der Universität Würzburg