Ärzte in Berlin

Ärzte und Psychotherapeuten 

Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin (KV Berlin) gibt es in Berlin etwa 6.800 niedergelassene Ärzte, 1.600 Psychologische Psychotherapeuten und 240 ermächtigte Ärzte, also Krankenhausärzte, die neben ihrer Kliniktätigkeit einige Leistungen auch ambulant durchführen dürfen (Stand Dezember 2014). Einen Überblick zu den größten Facharztgruppen in Berlin finden Sie hier.

Bedarfsplanung

Die ärztliche Bedarfsplanung regelt die Verteilung der Vertragsärzte und Psychotherapeuten auf Landesebene. Vertragsärzte sind die niedergelassenen und angestellten Ärzte, die eine Zulassung bei der Kassenärztlichen Vereinigung besitzen. Mit der Bedarfsplanung soll allen Menschen ein gleichmäßiger Zugang zur ambulanten medizinischen Versorgung ermöglicht werden.

Das Land Berlin ist – neben den anderen Stadtstaaten Bremen und Hamburg - zahlenmäßig am besten mit Ärzten versorgt. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA)legte Ende 2012 die Bedarfsplanungsrichtlinie vor. Auf Basis dieser Richtlinie hat die KV Berlin im Einvernehmen mit den Krankenkassenverbänden und Krankenkassen in Berlin einen Bedarfsplan für die ambulante Ärztliche Versorgung für den Zulassungsbezirk Berlin beschossen:

Gemeinsames Landesgremium

Mit der Bildung des Gemeinsamen Landesgremiums nach § 90a SGB V wurden zu Beginn des Jahres 2013 neue gesetzliche Möglichkeiten zur Mitgestaltung der Länder bei der Bedarfsplanung der medizinischen Versorgung durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte geschaffen. Zu den Aufgaben des Landesgremiums – in dem die vdek-Landesvertretung aktiv vertreten ist – gehört es, Empfehlungen zu sektorenübergreifenden Versorgungsfragen abzugeben sowie Stellung zum Bedarfsplan und zur Über- bzw. Unterversorgung in der vertragsärztlichen Versorgung zu nehmen. Im Oktober 2013 hat das Gemeinsame Landesgremium eine Empfehlung veröffentlicht, laut der die ärztliche Versorgungsplanung in Berlin auf Basis von bezirksbezogenen Sozialindikatoren gesteuert werden soll. Ziel ist, den Zugang der Patienten zur ambulanten Ärzteversorgung in den einzelnen Bezirken zu verbessern.

Eine besondere Herausforderung stellt die Verteilung der psychotherapeutischen Versorgungsangebote dar. Aktuell erstellt die Landesvertretung in Zusammenarbeit mit der KV Berlin und der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales in Berlin einen Zwischenbericht, um die ersten Ergebnisse der Versorgungssteuerung abzubilden.

Eine ausführliche Darstellung der Bedarfsplanung in Berlin finden Sie in der Berliner Juli-Ausgabe des ersatzkasse report.

Arztsuche (Arztlotse + KV)

Der vdek-Arztlotse ist ein Angebot des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek) in Kooperation mit der Stiftung Gesundheit. Sollten Sie einen Arzt oder Zahnarzt suchen, können Sie über den Arztlotsen schnell und unkompliziert einen Experten für Ihre Beschwerden finden – rund um die Uhr. Das Verzeichnis umfasst alle Ärzte, Zahnärzte und Psychologischen Psychotherapeuten mit kassenärztlicher Zulassung sowie Notfallambulanzen in Deutschland.

Landesausschuss

Auf der Grundlage des § 90 Abs. 1 SGB wurde in Berlin der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen gebildet. Der Landesausschuss besteht aus einem unparteiischen Vorsitzenden, zwei weiteren unparteiischen Mitgliedern, neun Vertreter der Ärzte und neun Vertreter der Krankenkassen, davon sind drei Vertreter der Ersatzkassen. Der Landesausschuss stellt auf Grundlage des Bedarfsplans fest, ob ein Bezirk vertragsärztlich unter- oder überversorgt ist. Der Landesausschuss hat für Berlin eine Überversorgungsfeststellung für alle Arztgruppen geführt und Zulassungsbeschränkungen angeordnet.

Erweiterter Landesausschuss

Zur Wahrnehmung der Aufgaben im Zusammenhang mit der Ambulanten Spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) nach § 116b SGB V wurde der Landesausschuss um Vertreter der Berliner Krankenhausgesellschaft erweitert. Die ASV umfasst die Diagnostik und Behandlung komplexer, schwer therapierbarer Krankheiten, die je nach Krankheut eine spezielle Qualifikation, eine interdisziplinäre Zusammenarbeit oder eine besondere Ausstattung erfordern.

Der Erweiterte Landesausschuss hat die Aufgabe, im Rahmen eines Anzeige- und Prüfverfahrens über die Berechtigung der Vertragsärzte und Krankenhäuser zur Erbringung spezialfachärztlicher Leistungen zu entscheiden. Krankenhäuser und Vertragsärzte, die an der ASV teilnehmen wollen, haben dies unter Beifügung entsprechender Belege dem Erweiterten Landesausschuss schriftlich anzuzeigen. Eine entsprechende Anzeige zur Teilnahme der ASV ist erst möglich, nachdem der Gemeinsame Bundesausschuss entsprechenden Konkretisierungen für die in § 116 b SGB V genannten schweren Verlaufsformen von Erkrankungen und seltenen Erkrankungen beschlossen hat und diese veröffentlicht wurden.

Disease-Management-Programme

Disease-Management-Programme (DMP) sind strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch kranke Menschen. Im Vordergrund steht die kontinuierliche, qualitätsgesicherte und strukturierte Versorgung chronisch Kranker. Dadurch sollen Komplikationen und Folgeerkrankungen vermieden werden.

Durch die Erfüllung folgender Bedingungen sollen DMP die Behandlung von Patienten mit chronischen Erkrankungen verbessern:

  • Berücksichtigung der bestverfügbaren Evidenz und damit anerkannter, hoher Standard in der Behandlung
  • Aktive Mitarbeit der Patienten (Compliance) durch die Wahrnehmung regelmäßiger Kontrolluntersuchungen und Teilnahme an Schulungen, z.B. für Diabetiker in Bezug auf die Ernährung
  • Gute Koordination und Kooperation zwischen Haus- und Facharzt, Schwerpunktpraxen und stationären Einrichtungen

Im Land Berlin werden DMP zu sechs Diagnosen angeboten:

  • Asthma bronchiale (Asthma)
  • DMP Brustkrebs
  • Chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD)
  • Diabetes mellitus Typ 1
  • Diabetes mellitus Typ 2
  • Koronare Herzkrankheit (KHK)

eDMP - Elektronische Erfassung und Übermittlung der DMP-Dokumentionsdaten

Mit dem Gesetz zur Gesundheitsreform sind am 1.4.2007 neue Regelungen zu DMP in Kraft getreten. Danach können die Dokumentationen ab 2008 nur noch auf elektronischem Weg erfolgen. Das bedeutet, dass nur Praxen an DMP teilnehmen können, die auf eDMP umgestiegen sind.

Die elektronische Dokumentation bringt für Arztpraxen zahlreiche Vorteile:

  • Patientendaten können aus der Praxisverwaltungssoftware in den Dokumentationsbogen übernommen werden.
  • Die DMP-Module prüfen automatisch auf Plausibilität. Damit reduziert sich die Fehlerquote erheblich.
  • eDMP ist die sicherste Art, Daten zu übermitteln. Ein durch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) zertifiziertes Verschlüsselungsverfahren schützt vor dem Zugriff Dritter.
  • Die Praxis sichert sich einen zusätzlichen Umsatz, wenn sie einen relevanten Anteil der chronisch kranken Patienten für die Teilnahme an einem Behandlungsprogramm gewinnt.

Weitere Informationen zur Teilnahme gibt es bei Ihrer Ersatzkasse oder auf der Seite der KV Berlin.