Die Gesundheit unserer Kinder sollte unser größtes Gut sein

Marina Rudolph 2 Zitat

Die Pandemie trifft Kinder und Jugendliche besonders hart. Der Lockdown wirkt sich auf ihre seelische und körperliche Gesundheit aus.

Eine Sonderanalyse der DAK-Gesundheit unter ihren Versicherten ergab, dass sich die Zahl von Minderjährigen, die mit depressiven Episoden 2020 in Berliner und Brandenburger Krankenhäusern stationär behandelt werden mussten, fast verdoppelt hat. Bei Essstörungen und krankhaftem Medienkonsum wurde ebenfalls ein Anstieg festgestellt. Gleichzeitig führte der Lockdown zu einer Stagnation bei den Vorsorge-Untersuchungen. Kinderärzte beklagten einen spürbaren Rückgang der Besuche in den Praxen. Das alles ist besorgniserregend.

Ersatzkassen sind vor Ort präsent

Als stärkste Kassenart und regionaler Partner sind die Ersatzkassen in Berlin und Brandenburg vor Ort präsent und an regionalen Versorgungsverträgen beteiligt. Es existieren zahlreiche Projekte für Kinder und Jugendliche, die ans Licht gehören. Deshalb haben wir Kinder und Jugendliche zum Thema des diesjährigen Ersatzkassenforums gemacht. Es ist wichtig, sie in der Pandemie nicht aus den Augen zu verlieren.

Stress und Ernährung hängen oft zusammen. Beispielsweise setzt die BARMER hierzu bereits bei den Jüngsten an. So hilft die „Initiative ü3“ in Kita, Hort und Grundschule, gesünder zu essen. Auch die BARMER-Initiative „Ich kann kochen“ zusammen mit der Sarah Wiener Stiftung hat praktische Ernährungsbildung im Blick und bundesweit eine enorm hohe Beteiligung. In diesem Zusammenhang möchte ich auch unser Schulprojekt der vdek-LV: „Gesunder Start in den Tag“ erwähnen. Bei diesem Projekt lernten Schüler:innen der Regine-Hildebrandt-Schule im brandenburgischen Erkner, welche Lebensmittel zu einem ausgewogenen Frühstück gehören. Ergebnis ist ein Handlungsleitfaden für Eltern und Lehrer.

Gesundheitskompetenz ist Lebenskompetenz

Gesundheitskompetenz hat häufig auch mit Lebenskompetenz und Resilienz zu tun. Das stellen wir immer wieder fest. Der Umgang mit Stress ist dabei in vielen Fällen ein Schlüssel. Die TK hat zur Stressbewältigung zwei Programme „Bleib locker“ und „SNAKE“. Der Kurs „Bleib locker“ richtet sich an Kinder im Alter zwischen acht und zehn Jahren, Eltern werden einbezogen. Für die älteren Kinder wurde „SNAKE“ in Zusammenarbeit mit der Universität Marburg entwickelt. Es richtet sich an junge Schüler:innen in der achten und neunten Klasse und wird von speziell ausgebildeten Fachkräften geleitet. Auch die hkk widmet sich dem Thema mit ihrem Projekt „Stress nicht“, das Berufsschüler lehrt, mit Stress in Schule und Beruf umzugehen.

Auch Bewegung ist ein drängendes Problem: Laut Präventionsradar der DAK waren nur noch 34 Prozent der Jungen in der Pandemie ausreichend körperlich aktiv. Bei den Mädchen noch weniger: 24 Prozent. Die Empfehlung der WHO, sich täglich mindestens 60 Minuten körperlich aktiv zu betätigen, erreichen seit 2003 immer weniger Kinder und Jugendliche. Die vdek-Landesvertretung hat hierzu das Projekt „Bewegungsförderung, Stressbewältigung und gesunde Ernährung in Kinder- und Jugendeinrichtungen“ in Brandenburg ins Leben gerufen.

Seelische Stärke

Der Schlüssel für ein gesundes Aufwachsen ist neben Bewegung, Ernährung und Stressbewältigung aber auch die Seelische Stärke. Deshalb hat die DAK-Gesundheit gemeinsam mit der Cleven Stiftung die Präventionsinitiative„Fit4future“ gegründet. Sie soll die Persönlichkeit von Kindern stärken. Auch unser vdek-Projekt „Du bist wichtig, du bist richtig“ soll Jugendliche aus suchtbelasteten Familien unterstützen, sie in ihren Lebenskompetenzen stärken und in ihrer Entwicklung fördern.

Gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Es gibt noch viele weitere Projekte, mit denen sich der vdek-Landesverband ebenso wie die Ersatzkassen für Kinder und Jugendliche engagieren. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, dass es Kindern und Jugendlichen körperlich und seelisch wieder gut geht.

Deshalb brauchen wir eine Stärkung der Unterstützungssysteme der Kinder- und Jugendhilfe. Wir brauchen einen funktionierenden Kita- und Schulbetrieb. Und wir brauchen insgesamt mehr Bewusstsein, dass Gesundheit unser größtes Gut ist. Erst Recht die Gesundheit unserer nachfolgenden Generation.