Prävention als gesamtgesellschaftliche Aufgabe ohne Doppelstrukturen

Volunteering and charity vector illustration. Concept with connected icons related to volunteer and community projects, welfare or charitable donations.

Prävention hilft, Krankheiten so früh wie möglich zu erkennen und schnell wirksam zu behandeln. Darüber hinaus soll die Gesundheit durch vorbeugende Maßnahmen erhalten und gefördert werden, so dass Krankheiten möglichst gar nicht erst entstehen können. Bereits im Mai 2013 wurde in einer Empfehlung der kommunalen Spitzenverbände und der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zur Zusammenarbeit im Bereich Primärprävention und Gesundheitsförderung in der Kommune festgestellt, dass Städten, Gemeinden und Landkreisen aufgrund ihres verfassungsmäßigen Selbstverwaltungsrechts (Art. 28 Abs. 1 Satz 1 und 2 GG) für die kommunale Gesundheitsförderung eine wichtige Funktion zukommt. Sie gestalten die Lebensbedingungen der Bürger maßgeblich mit und besitzen dadurch einen großen Einfluss auf deren Gesundheitschancen. Viele Präventionsmaßnahmen finden aktuell auch im kommunalen Umfang (Setting) statt.

Seit 2016 regelt das Präventionsgesetz (PrävG) die Umsetzung von Präventionsprogrammen und –maßnahmen. Alle Institutionen und gesellschaftlichen Akteure sind dazu aufgerufen, Prävention als gesamtgesellschaftliche Aufgabe aufzugreifen und gemeinsam voran zu bringen. bringen. Da noch nicht alle Kommunen Präventionsangebote für ihre Bürger anbieten, appellieren der vdek und die Ersatzkassen in Hessen, die kommunalen Aktivitäten zu intensivieren und auch die Förderangebote des vdek, der Ersatzkassen in Hessen und der gesamten GKV stärker als bisher zu nutzen.

Der vdek und die Ersatzkassen in Hessen setzen sich insbesondere für Menschen mit besonderem Präventionsbedarf ein, wie pflegebedürftige Versicherte und Menschen mit sozialer Benachteiligung, und unterstützen zahlreiche Präventionsprojekte. Das GKV-Bündnis für Gesundheit fördert ferner die Umsetzung zielgruppenspezifischer und gesundheitsfördernder Interventionen auf kommunaler Ebene. Bei diesen kommunalen Förderprogrammen stehen vulnerable Zielgruppen stärker als bisher im Fokus. Der vdek appelliert an alle Kommunen, die sich für das Angebot zur Förderung von zielgruppenspezifischen Interventionen in der lebensweltbezogenen Gesundheitsförderung und Prävention interessieren, das Beratungsangebot des Programmbüros zu nutzen und sich mit innovativen, förderfähigen Projekte einzubringen.

Die nationale Präventionsstrategie wird durch die Landesrahmenvereinbarung Prävention in Hessen umgesetzt und will neue Präventionskonzepte und –strukturen voranbringen. Dieses Engagement muss weiter ausgebaut werden. Dabei sollen aufgrund nur begrenzt verfügbarer Ressourcen Doppelstrukturen und das reine Aufgreifen bereits vorhandener Lösungen vermieden werden. Das Land kann hierbei eine Plattform für den Austausch aller Präventionsakteure bieten; die Entscheidungshoheit über konkrete Gesundheitsförderungs- und Präventionsprojekte muss allerdings aufgrund des gesetzlichen Auftrages weiterhin bei den Krankenkassen und den weiteren Sozialversicherungsträgern bleiben, die i.ü. auch alle neuen Maßnahmen und Strukturen finanzieren.