Ersatzkassen zur Novellierung des Rettungsdienstgesetzes:

Ein Schritt in die richtige Richtung

Aus Sicht der vdek-Landesvertretung wird mit der Änderung des Rettungsdienstgesetzes den tatsächlichen Gegebenheiten in Mecklenburg-Vorpommern grundsätzlich besser Rechnung getragen.

Das betrifft insbesondere die Regelung zur Hilfsfrist, die in Mecklenburg-Vorpommern mit zehn Minuten sehr ambitioniert ist.

Vergleichbare Nachbarflächenländer haben z. B. Hilfsfristen von 15 Minuten (Niedersachsen) bzw. 12 Minuten (Schleswig-Holstein).

 

Die Hilfsfrist beginnt jetzt mit der Alarmierung der Rettungskräfte durch die Leitstelle und endet mit dem Eintreffen des alarmierten Rettungsmittels am Einsatzort.

„Damit erfüllt das Gesetz eine Forderung der Ersatzkassen, die sich schon immer dafür eingesetzt haben, dass das ersteintreffende Rettungsmittel die Zeitspanne der Hilfsfrist beendet“, so Ersatzkassensprecher Dr. Bernd Grübler. „In 90 Prozent aller Fälle war das der Rettungswagen mit dem Rettungsassistenten, letzterer begann danach sofort mit den lebenserhaltenden Maßnahmen.“ 

 

In Zukunft wird das zunehmend der Notfallsanitäter sein, ein neues Berufsbild mit dreijähriger Ausbildung (Anmerkung: bisher zwei beim Rettungsassistenten).

„Durch die auch inhaltlich aufgewertete Ausbildung des Notfallsanitäters werden wir in den nächsten Jahren einen qualitativ besseren Rettungsdienst haben und auch die Hilfsfristen dürften nun in deutlich mehr Fällen erfüllt werden“, so Grübler.

 

Neben dem Positiven, dass zum Beispiel jetzt auch die Wasserrettung im Gesetz verankert ist, sehen die Ersatzkassen aber auch Kritisches. Im alten Gesetz wurde in topografisch anspruchsvollen Regionen mit zum Beispiel vielen Seen, die umfahren werden mussten, die 10-Minuten-Hilfsfrist aufgehoben, so genannte „weiße Flecken“ ausgewiesen. Die gibt es jetzt nicht mehr. Auch hier gilt ab sofort die ambitionierte Hilfsfrist. Aus Sicht der Ersatzkassen müssen in diesen Regionen ggf. neue Rettungswachen oder Notarztstandorte errichtet werden. Das wird einerseits teuer, denn der Betrieb einer Rettungswache kostet ca. 600.000 Euro im Jahr. Andererseits bleibt fraglich, ob das wirklich sinnvoll ist, denn es gibt schon heute Rettungswachen, die kaum mehr als einen Einsatz am Tag haben.

 

„Wichtig sei aber“, so Pressesprecher Grübler, „dass sich für den Patienten im Einzelfall nichts ändern werde. Er wird den faktischen Ablauf jetzt genauso erleben wie einen Einsatz vor einem halben Jahr. Die Rettung des Verunglückten steht im Vordergrund. Insofern ist die Hilfsfrist sowieso nur eine Rechengröße.“

Kontakt

Dr. Bernd Grübler
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern

Tel.: 0385 / 52 16 - 105
E-Mail: bernd.gruebler@vdek.com