Weniger ist mehr! Verschreibungen von Antibiotika bei Grippe vermeiden!

Antibiotika wirken gegen Bakterien. Die Grippe wird durch den Influenza- Virus verursacht, darauf weist die Landesvertretung der Ersatzkassen hin. Denn in Unkenntnis dieses Sachverhalts wünschen sich viele Patienten bei einer Grippeerkrankung die Behandlung mit einem Antibiotikum. Der falsche aber auch der übermäßige Einsatz von Antibiotika hat in den vergangenen Jahren zunehmend Resistenzen verursacht. Das heißt, es gibt immer mehr Bakterien, also krankheitsverursachende Keime, gegen die kein herkömmliches Antibiotikum mehr hilft.

Prof. Altiner: "Antibiotika helfen bei Schnupfen oder Husten überwiegend nicht."

Dazu Professor Attila Altiner, Allgemeinmediziner und Lehrstuhlinhaber an der Universitätsmedizin Rostock: „Immer noch zu viele Menschen erwarten bei akuten Atemwegsinfekten ein Antibiotika-Rezept, obwohl diese Medikamente bei Virus bedingten Erkrankungen bzw. Beschwerden wie Schnupfen, Husten oder Halsschmerzen gar nicht wirken. Werden die Antibiotika dagegen übermäßig eingesetzt, können sich Resistenzen gegen diese wichtigen biotischen Wirkstoffe entwickeln. Andere Infektionen, die bakteriell verursacht sind, können dann nicht mehr wirksam bekämpft werden. Hier setzt ein gemeinsame Projekt mit den Ersatzkassen an. Ambulant tätige Ärzte sollen sowohl für eine optimierte Antibiotika-Verordnung, als auch für das dafür notwendigen wichtige Patientengespräch geschult werden.“

Ziel: optimierter Antibiotikaeinsatz

Ziel dieses Projektes, das im Rahmen des so genannten Innovationsfonds durchgeführt und finanziert wird, ist es, den Antibiotikaeinsatz bei akuten Atemwegsinfekten, die eben nur in geringem Umfang durch Bakterien verursacht werden, in der vertragsärztlichen Versorgung zu verbessern. Das gilt sowohl in Bezug auf die Menge der eingesetzten Antibiotika als auch auf die eingesetzten Substanzen. Damit soll die Behandlungsqualität für den einzelnen Patienten gefördert und die Wirksamkeit von Antibiotika durch die Vermeidung weiterer Resistenzbildungen gesichert werden. Die teilnehmenden Ärzte werden durch eine Online-Schulung zum Thema Arzt-Patientenkommunikation und zum zielgerichteten Antibiotikaeinsatz trainiert.

Angesichts der aktuell stark gestiegenen Anzahl der Grippeerkrankungen empfiehlt die vdek-Landesvertretung, sich auch jetzt noch impfen zu lassen.

Kontakt

Dr. Bernd Grübler
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern

Tel.: 0385 / 52 16 - 105
E-Mail: bernd.gruebler@vdek.com