Kommentar von Jörg Niemann, Leiter der vdek-Landesvertretung Niedersachsen

Was wäre möglich, wenn...

Jörg Niemann, Leiter der vdek-Landesvertretung Niedersachsen

Die Corona-Krise hat die Leistungsfähigkeit unseres Gesundheitswesens bewiesen. So lautet die gängige Kommentierung. Das widerlegt Kritiker, die das System „kaputtgespart“ oder „auf Kante genäht“ sehen. Vielmehr waren gerade die umfassenden Kapazitäten und enormen Finanzmittel Grundlage für den Umgang mit der Pandemie. Ihr Einsatz wurde auf das Ziel der Krisenbekämpfung ausgerichtet, allerdings im Sinne einer Vollbremsung: Mindererlöse von Anbietern wurden ausgeglichen, in den Krankenhäusern maximale Leerstände verordnet und finanziert, während gleichzeitig zusätzliche Covid-19-Behandlungsmöglichkeiten geschaffen wurden.

Damit stellt sich die Frage: Was wäre möglich, wenn diese immensen Ressourcen auch im Regelbetrieb stärker auf Ziele ausgerichtet würden - etwa zur Steigerung der Lebenserwartung nach Herzinfarkt –, nur eben effizienter und punktgenauer als in der Krise? Es könnte einen Qualitätsschub geben! Das wäre auch die Grundlage, um während einer Pandemie andere wichtige Behandlungen ebenfalls weiter durchzuführen. Eine zentrale Rolle spielt der stationäre Sektor. In der Krise hat sich nochmals gezeigt: Maßgeblich sind die großen, leistungsfähigen Krankenhäuser. Es gilt, diese mit den vorhandenen Finanzmitteln zu stärken.