Pflege

Konzertierte Aktion Pflege Niedersachsen (KAP.Ni)

Pflegekraft stützt Seniorin mit Gehstock

Einen Neuanfang für die Pflege in Niedersachsen hatten sich die Akteure auf die Fahnen geschrieben, als sie sich ab Juni 2019 zur Konzertierten Aktion Pflege Niedersachsen (KAP.Ni) zusammengefunden hatten, initiiert vom Niedersächsischen Sozialministerium: Verbände der Wohlfahrt, der privaten Pflegeanbieter, der Kranken- und Pflegekassen, die Kommunalen Spitzenverbände, Unternehmerverbände, die Gewerkschaften und andere. Ausgangspunkt: die gemeinsame Herausforderung, die Pflege im Flächenland Niedersachsen vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung und der angespannten Situation auf dem Fachkräftemarkt auch in Zukunft gut aufzustellen. Wir informieren auf dieser Seite über Ergebnisse und die weiteren Entwicklungen, dazu finden Sie Analysen und Einschätzungen.

Vereinbarungen

„Im Mittelpunkt steht die Gewährleistung einer guten Pflege und die Unterstützung der pflegenden Angehörigen", heißt es in einer gemeinsamen Kooperationsvereinbarung, die die Partner im Oktober 2019 vorgestellt hatten. Dazu haben sie sich auf eine Reihe von Maßnahmen verständigt. Dabei geht es vorrangig um bessere Arbeits- und Entlohnungsbedingungen in der Pflege. Diese sollen einen Beitrag leisten, den Beruf attraktiv zu gestalten und die Pflege damit auch künftig sicherzustellen.

Jörg Niemann, Leiter der vdek-Landesvertretung Niedersachsen

Verlässlichkeit und fairer Interessenausgleich!

Statement von Jörg Niemann, Leiter der vdek-Landesvertretung Niedersachsen

Stilisierte Menschen halten gemeinsam eine nach oben zeigende Diagrammkurve

Ergebnisse

Übersicht über zentrale Ergebnisse seit Abschluss der Kooperationsvereinbarung

Steigende Vergütungen

Nach den Vereinbarungen der KAP.Ni sollen Vergütungssteigerungen erfolgen, um bessere Entlohnungsbedingungen der Pflegekräfte zu ermöglichen. So wurden von 2018 bis 2021 etwa für Einrichtungen der AWO, der Caritas, des Diakonischen Werks sowie für kommunale Sozialstationen Steigerungen in den Bereichen der Häuslichen Pflegehilfe (SGB XI) sowie der Häuslichen Krankenpflege (SGB V) von 12,6 Prozent auf die Einzelleistungen und 33 Prozent auf die Wegepauschalen vereinbart. Diese Steigerungen liegen in der Gesamtwirkung deutlich über der Obergrenze für Vergütungssteigerungen durch die gesetzlichen Krankenkassen (Grundlohnrate). Eine solche Überschreitung erlaubt der Gesetzgeber nur bei nachgewiesenen tatsächlichen Personalkosten. Diesen Nachweis haben die Anbieter in den Vergütungsverhandlungen nicht erbracht, dennoch haben die Krankenkassen den deutlichen Erhöhungen zugestimmt. Damit verbunden ist die Erwartung, dass die Vergütungszuwächse vollständig dazu genutzt werden, die Entlohnungsbedingungen der Beschäftigten in der Pflege nachhaltig zu verbessern.

Preissteigerungen Häusliche Krankenpflege in Niedersachsen 2018 bis 2021

Preisentwicklung Häusliche Krankenpflege

Steigerung der Vergütung von Einzelleistungen und Wegepauschalen in Niedersachsen nach Anbietergruppen

2018 - 2021

Meine Zukunft Pflege:
Pflegeassistent/in werden in nur einem Jahr

Zur Gewinnung von Pflegekräften hat das Land Niedersachsen im Rahmen der KAP.Ni die Möglichkeit geschaffen, dass ab dem 1. August 2021 Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung und Berufserfahrung direkt ins zweite Jahr der Pflegeassistenzausbildung einsteigen können. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Internetseite des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung unter folgendem Link.

Netzwerkkonferenz Betriebliche Gesundheitsförderung in der Pflege: Pflege.stärken.Chancen.nutzen

Im Rahmen der KAP.NI organisierte die Betriebliche-Gesundheits-Förderung (BGF)-Koordinierungsstelle Niedersachsen am 8. Juli 2021 die digitale Netzwerkkonferenz BGF: Pflege.stärken.Chancen.nutzen. Ziel war es die relevanten Partner im Bereich Pflege und Gesundheitswesen zusammenzubringen und ihnen Förderungsmöglichkeiten für die BGF Unterstützung aufzuzeigen. Unter den rund 270 Teilnehmenden, zu denen größtenteils Entscheidungsträger (Geschäftsführungen, Einrichtungsleitungen, Qualitätsmanagement) des Gesundheitswesens (ambulante/stationäre Pflege, Krankenhaus, Reha) zählten. Die vdek Landesvertretung Niedersachsen hielt einen Impulsvortrag zu Belastungen für die Pflege in der Pandemie.

Weitere Impulsreferate zur Gesundheitsförderung in der Pflege, Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Universitätsmedizin Göttingen, Klinikum Wahrendorff Sehnde und ambulante Pflege Caritasverband LK Emsland, lieferten Antworten zur generationsübergreifenden Teamarbeit, Unternehmenskultur, gesunde Führungskräfte sowie Chancen der Digitalisierung zur Förderung der Mitarbeitendengesundheit. Weitere Fragen: Wie haben sich die psychischen Belastungen in der Pflege durch die COVID-19-Pandemie verändert? Welchen Einfluss hat dabei das Führungs- und Organisationsverhalten auf die Gesundheit der Mitarbeitenden? Welche Chancen hat die BGF und welche Unterstützungsmöglichkeiten stehen hier zur Verfügung?

Nach der Vorstellung der BGF-Koordinierungsstelle Niedersachsen folgten acht Breakout Sessions, in denen konkrete Projekte und Unterstützungsmöglichkeiten der Sozialversicherungsträger und der Pflegeverbände im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung aufgezeigt wurden. Die Evaluation zeigte, dass viel neues Wissen über BGF in der Pflege mitgenommen wurde und bei über 80% der Teilnehmenden die Motivation gestiegen ist, BGF in ihrer Einrichtung einzuführen bzw. auszubauen. Auch die Bekanntheit der BGF-Koordinierungsstelle ist deutlich gestiegen.

Ambulante Pflege:
Billigland Niedersachsen? Preise über Bundesschnitt!

Altenpflegekräfte verdienen in Niedersachsen weniger als in anderen Ländern. Nach einer Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) lag das monatliche Gehalt von Fachkräften in der Altenpflege 2017 zwischen Ems und Elbe bei 2.543 Euro - 200 Euro unter dem Bundesschnitt. Bei Hilfskräften mit einem Verdienst von 1.842 Euro betrug die Differenz 100 Euro. Diese Lücke ist in der zugespitzten Diskussion rund um die ambulante Pflege in Niedersachsen immer wieder thematisiert und kritisiert worden. Nach einem gängigen Erklärungsmuster von Anbieterseite sind dafür die unzureichenden Vergütungen ursächlich, die sie mit den Pflegekassen aushandeln. Niedersachsen ein Billigland? Einer Überprüfung halten diese Vorwürfe nicht stand. » Lesen

Geschäftsmann hält eine vdek-Visitenkarte ins Bild

Stellungnahmen der vdek-Landesvertretung

Zur tarifgerechten Entlohnung sowie anderen Themen rund um die Pflege in Niedersachsen hat die vdek-Landesvertretung Stellungnahmen vorgelegt

übereinander liegende Zeitungen, obenauf eine eingerollte Zeitung

Pressemitteilungen der vdek-Landesvertretung

Hier finden Sie die Pressemitteilungen der vdek-Landesvertretung zur Pflege