Mammographie-Screening im Saarland hilft Leben retten - Immer mehr Saarländerinnen nehmen am Programm teil

Saarbrücken, 22.01.2009 – Etwa jede neunte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Mit 57.000 Neuerkrankungen und 17.500 Sterbefällen jährlich ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland (Robert-Koch-Institut). Frauen über 50 Jahre sind besonders betroffen.

Im Saarland konnte Ende 2006 mit dem Mammographie-Screening-Programm begonnen werden. Seitdem lädt die Zentrale Stelle am Gesundheitsministerium die etwa 140.000 saarländischen Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre zur Mammographie ein.

Im Januar 2008 konnte mit St. Wendel die letzte der 5 Mammographie-Einheiten im Saarland ans Netz gehen. An fünf regionalen Screening-Einheiten werden die Röntgenaufnahmen von speziell geschulten Assistentinnen erstellt und anschließend von mindestens zwei Ärztinnen und Ärzten befundet.

Die erste Bilanz zeigt: Die Teilnahmequoten sind gut und die bundesweiten Qualitätsanforderungen an das Programm konnten erreicht werden:

Ziel des Mammographie-Screenings ist es, die Mortalität an Brustkrebs zu senken“, so Dr. Manfred Bitsch, programmverantwortlicher Arzt für das Mammographie-Screening im Saarland. „Die Anzahl der brusterhaltenden Operationen soll vergrößert, die Notwendigkeit aggressiver Chemotherapien vermindert werden, um die Lebensqualität der betroffenen Frauen zu erhöhen.“

Von den 140.000 anspruchsberechtigten Frauen konnten seit Programmstart bereits 69.766 eingeladen werden (Stand: 31.12.2008). 32.910 (= 47,17%) davon haben die Chance zur Früherkennung wahrgenommen. Bei 173 Frauen wurde ein Mammo-Carcinom oder eine direkte Vorstufe davon entdeckt. Diese Befunde werden zusätzlich abgeklärt, um eine gesicherte Diagnose zu stellen. Die betroffenen Frauen (7,04%) werden zu weiteren Untersuchungen (Vergleich mit Vor-Befunden, Vergrößerungs- und Zielaufnahmen sowie Ultraschalluntersuchungen, etc. in die Abklärungseinheit nach Saarlouis eingeladen). In über 70% der Fälle handelt es sich um ein Tumorstadium T1 (kleiner als 2 cm), in 82% der Fälle fand sich kein Befall der regionären Lymphknoten.

„Ein hoher Anteil der Frauen, bei denen ein Mamma-Carcinom entdeckt wird, haben keinen Frauenarzt, den sie regelmäßig aufsuchen“, ergänzt Bitsch, „Diese Carcinome wären also ohne die Mammographie wahrscheinlich nicht oder aber sehr spät entdeckt worden“.

Bis Ende 2009 sollen über 90% aller anspruchsberechtigten Saarländerinnen zum Mammographie-Screeing eingeladen werden. Langfristiges Ziel aller am Mammographie-Programm Beteiligten ist eine Teilnahmequote von mindestens 70%.

Die programmverantwortlichen Ärzte, die Kassenärztliche Vereinigung Saarland, die Krankenkassen im Saarland und das Ministerium für Justiz, Arbeit, Gesundheit und Soziales zeigen sich optimistisch, dass dieses Ziel erreicht wird.

Hintergrundinformationen:

Das Mammographie-Screening-Programm im Saarland ist eine Gemeinschaftsaktion der Krankenkassen im Saarland, der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland und des Ministeriums für Justiz, Arbeit, Gesundheit und Soziales.

Die Teilnahme am Mammographie-Screening ist freiwillig. Jede Frau entscheidet selbst, ob sie den Termin wahrnimmt. Die Kosten der Untersuchung werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die Praxisgebühr von 10 Euro entfällt. Eine Überweisung ist ebenfalls nicht nötig. Für privat Versicherte werden die Kosten von den privaten Krankenkassen im Rahmen des Krankenversicherungsschutzes ebenfalls übernommen.

Jede Frau erhält mit der Einladung ein Merkblatt mit zusätzlichen Informationen über Hintergründe, Ziele, Inhalte und Vorgehensweise des Programms. Weitere Informationen gibt es bei der „Mammographie-Screening-Hotline“ unter Tel. 0681/ 5016100.

Die Mammographie kann Veränderungen sichtbar machen, lange bevor sie tastbar sind. Deshalb eignet sie sich sehr gut, Brustkrebs früh zu erkennen und so die die Behandlungs- und Heilungschancen bei Brustkrebserkrankungen zu verbessern. Angeboten wird dieses Programm allen Frauen von 50 bis 69 Jahren. Denn gerade Frauen dieses Alters sind besonders von Brustkrebs betroffen.

Diese Pressemitteilung wurde veröffentlicht von der vdek-Landesvertretung Saarland, den übrigen Landesverbände der Krankenkassen und dem Ministeriums für Justiz, Arbeit, Gesundheit und Soziales im Saarland.

Presseerklärung


Federführend für die Veröffentlichung:

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