Integrierte Palliativversorgung im Saarland jetzt landesweit - Versorgungsangebot der Ersatzkassen und der AOK für Schwerstkranke ausgeweitet

Saarbrücken, 21.01.2009 – Das Saarland ist das erste Bundesland, in dem jetzt flächendeckend eine integrierte ambulante Palliativversorgung mit spezialisierten Teams startet.

Vor knapp 3 Jahren begann im Großraum Saarbrücken das Projekt „Integrierte Versorgung Optimierte Palliativversorgung“ der Ersatzkassen und der AOK, mit dem Ziel, schwerstkranken Menschen die letzte Phase des Lebens in häuslicher Umgebung zu ermöglichen, wann immer dies möglich und gewünscht ist.

Mit Beginn des Jahres wurde das erfolgreiche Modell  auf das gesamte Saarland ausgeweitet. Neben dem bereits etablierten Palliative-Care-Team in Saarbrücken arbeiten seit  Beginn des Jahres jetzt auch Teams in den Regionen Saarlouis/Merzig und Neunkirchen/ St. Wendel.

Versicherte der Ersatzkassen und der AOKmit einer unheilbaren, Erkrankung wie z.B. Patienten mit Krebs, AIDS, neurologischen und chronischen Erkrankungen im Endstadium können das Angebot der Integrierten „Optimierten Palliativversorgung“ damit im ganzen Saarland in Anspruch nehmen.

Im Vordergrund steht die Verbesserung, der für die Versorgung notwendigen Kommunikation und Abstimmung der palliativmedizinischen Behandlung der beteiligten Ärzte, Pflegedienste, Krankenhäuser, Apotheken, Krankengymnasten und weiterer Leistungserbringer durch ein integriertes palliatives Casemanagement. Die multiprofessionellen Palliative-Care-Teams koordinieren die Unterstützung bei medizinischen, pflegerischen, psychosozialen und spirituellen Problemen, die mit dem Krankheitsverlauf verbunden sind.

Durch eine vorausschauende Symptomkontrolle und eine palliative Notfallplanung soll die palliative Versorgung insbesondere in der häuslichen Umgebung stabilisiert werden. Für auftretende Notfälle, z.B. in der Nacht oder am Wochenende, wird eine fallbezogene Rufbereitschaft der beteiligten Ärzte im Rahmen der integrierten Versorgung organisiert.

Palliative-Care-Team

In jedem Palliative-Care-Team arbeiten Ärzte/innen, Gesundheits- und Krankenpfleger/innen und Sozialarbeiter/innen jeweils mit palliativmedizinischen Qualifikationen zusammen. Mit den Einrichtung der Teams wurde die Voraussetzung geschaffen, dass die für  eine gute Zusammenarbeit wichtigen weiteren Vertragspartner beitreten können. Möglichen Vertragspartner sind die niedergelassenen Ärzte, Pflegedienste und Klinken der einzelnen Regionen.

Kinderteam

Um die besonderen Belange von Kindern und ihren Eltern in dieser schwierigen Lebenssituation besser berücksichtigen zu können, wurde ein spezielles „Kinderteam“ eingerichtet. Hierfür wurden eine Kinderärztin, eine Kinderkrankenschwester und eine Sozialarbeiterin, jeweils mit einer palliativ-medizinischen bzw. –pflegerischen Weiterbildung eingestellt.

Hintergründe

Noch sterben in Deutschland 75 % aller Patienten im Krankenhaus, 20 % in Pflegeeinrichtungen und nur 5 % aller Menschen sterben zu Hause. Die ersten Auswertungen des Projektes im Großraum Saarbrücken belegen, dass hier eine deutliche Verschiebung möglich ist.

Nur eine geringe Zahl von Patienten werden  palliativ-medizinisch versorgt. Oftmals sind einzelne Leistungserbringer sehr engagiert, haben aber keine Transparenz über die Arbeit der anderen. Dadurch widersprechen sich die Behandlungsziele, schmerzlindernde Leistungen, die die Erkrankung erträglicher machen und Lebensqualität ermöglichen können, werden unzureichend gewährt. Auch die nicht immer ausreichende Aufklärung und Krankheitseinsicht des Patienten lassen widersprüchliche Ansprüche aufeinander treffen.Mittlerweile haben bereits 444 Patienten das Versorgungsangebot der Ersatzkassen und der AOK in Anspruch genommen. Rund 72 % der verstorbenen Patienten sind nicht in der Klinik, sondern zu Hause, im stationären Hospiz oder im Pflegeheim verstorben. Somit ist das Ziel, möglichst vielen Patienten den Wunsch zu erfüllen, nicht in der Klinik zu sterben, durch die Integrierte Versorgung erfüllt.

Elektronische Patientenakte

Die mit finanzieller Unterstützung des saarländischen Wirtschaftsministeriums entwickelte „Elektronische Patientenakte“ der Firma Medi.As hat sich als gemeinsame Kommunikationsplattform innerhalb des Projektes sehr bewährt. Sie unterstützt die Palliative-Care-Teams bei ihrem integrierten palliativen Case- und Care-Management. Die für die Versorgung notwendige Kommunikation und Abstimmung der palliativmedizinischen Behandlung, also der beteiligten Ärzte, Pflegedienste, Krankenhäuser, Apotheken, Krankengymnasten und weiterer Leistungserbringer wird so erleichtert.

Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV)

Zwischenzeitlich wird deutschlandweit  aufgrund eines neuen Rechtsanspruchs die flächendeckende Einführung der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) vorbereitet.

Mit dem Vertrag der integrierten Versorgung haben die Ersatzkassen und die AOK im Saarland dieser Entwicklung vorgegriffen und Maßstäbe gesetzt, die bei der Entwicklung der Richtlinien und Rahmenempfehlungen zur SAPV berücksichtigt wurden. Bis zur flächendeckenden Umsetzung der SAPV können die Versicherten der teilnehmenden Krankenkassen im Saarland bereits auf einen qualitativ hohen Niveau versorgt werden.

Diese Pressemitteilung wurde veröffentlicht von:

der vdek-Landesvertretung Saarland und der AOK des Saarlandes

Presseerklärung


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