Ersatzkassenforum 2010: "50 Jahre Ersatzkassen im Saarland" - eine Erfolgsgeschichte

Saarbrücken, 14.06.2010 – Am 1. April 1960 wurden die Ersatzkassen im Saarland wieder zugelassen, nachdem es 15 Jahre lang eine Einheitsversicherung gab. Damals starteten die Ersatzkassen mit etwas über 4.000 Mitgliedern, inzwischen sind sie mit ca. 350.000 Versicherten im Saarland die mit Abstand größte Kassenart. Aus diesem Anlass veranstaltete die Landesvertretung des Verbandes der Ersatzkassen ein Forum, das nicht nur einen Rückblick auf die gesundheitspolitische Entwicklung der letzten Jahrzehnte gab, sondern sich auch mit den aktuellen Plänen zur Umgestaltung des Gesundheitswesens auseinandersetzte.

So wies Christian Zahn, Vorsitzender des Verbandes der Ersatzkassen (vdek) e.V., auf das zu erwartende Defizit im Gesundheitsfonds in Höhe von elf Milliarden Euro im nächsten Jahr hin. In Anbetracht dieses Defizits müssten nun Sparbemühungen im Vordergrund einer Reform stehen. Mit dem Arzneimittelsparpaket sei ein wichtiger und notwendiger Schritt gemacht worden. Nun müssten auch andere Leistungsbereiche auf den Prüfstand gestellt werden. Mit der Einführung einer Kopfpauschale würden die finanziellen Probleme der GKV jedenfalls nicht gelöst, erklärte Zahn. Außerdem würden einseitig die Versicherten belastet, zumal die Frage der Finanzierung des notwendigen Sozialausgleichs nicht geklärt sei, sagte  Zahn, der auch Vorsitzender des Verwaltungsrates des GKV Spitzenverbandes ist.

In der über 125-jährigen Geschichte der gesetzlichen Krankenversicherung und dem fast ein Jahrhundert längeren Wirken vieler Ersatzkassen hätten die sozialen, selbstverwalteten Sicherungssysteme viele Krisen in Staat und Gesellschaft überstanden. Deshalb sei es gerade heute angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise wichtig, die Bürgerinnen und Bürger mit ihren großen Lebensrisiken nicht allein zu lassen. Dazu müssten die Sozialversicherungssysteme zukunftssicher und verlässlich gestaltet werden, so Zahn.

Den Ersatzkassen ging es in ihrer Geschichte aber auch immer um eine Verbesserung der medizinischen Versorgung ihrer Versicherten. So habe die Landesvertretung unter Leitung von Armin Lang seit 20 Jahren durch zahlreiche Projekte, Initiativen und innovative Verträge deutliche Spuren in der saarländischen Gesundheitslandschaft hinterlassen. Zahn nannte unter anderem die Verträge zur integrierten Versorgung von Schlaganfallpatienten, die Optimierung der psychiatrischen Versorgung und den Aufbau von Pflegstützpunkten. Gutes setze sich eben durch.

Armin Lang, seit Gründung der saarländischen vdek-Landesvertretung deren Leiter, betonte, dass es den Ersatzkassen in dieser Zeit immer darum gegangen sei, die gesundheitliche Versorgung im Saarland im Dialog mit allen Akteuren im Gesundheitswesen weiterzuentwickeln. „Dazu bedarf es starker und kompetenter Partner. Die habe ich im Saarland immer gefunden“, sagte Lang. Nur wenn die Partner im Gesundheitswesen neben ihren eigenen Interessen auch das gemeinsame Interesse an einer guten gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung der Menschen im Lande vertreten, könne der nötige finanzielle Anteil für Gesundheit in der Gesellschaft verteidigt und bedarfsnotwendig weiterentwickelt werden, so Lang weiter. Gesundheit dürfe nämlich nicht nur als Kostenfaktor gesehen werden - Gesundheit bedeute vor allem Lebensqualität und Produktivität.

Auf 50 Jahre Wirken der Ersatzkassen im Saarland und 20 Jahre Mitgestaltung der Gesundheitslandschaft durch die vdek-Landesvertretung könne man an einem solchen Tag stolz sein. Dies sei aber auch Verpflichtung, sich weiter für den Erhalt einer solidarischen Krankenversicherung einzusetzen und das Gesundheitswesen an die neuen Herausforderungen wie demografischen Wandel und medizinischen Fortschritt anzupassen, betonten Christian Zahn und Armin Lang zum Abschluss des Doppeljubiläums der Ersatzkassen im Saarland.

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