Hilfe zur Selbsthilfe

Krankenkassen im Saarland fördern Selbsthilfegruppen mit rund 280.000 Euro

Saarbrücken, 24.8.2011 - Bei chronischen Leiden oder Suchterkrankungen ist es häufig mit einer rein medizinischen oder therapeutischen Versorgung nicht getan. Effektive und nachhaltige Hilfe beruht in diesen Fällen oftmals auf dem Prinzip der Einfühlung. Im Zusammenschluss einer Selbsthilfegruppe haben Betroffene die Möglichkeit, Rat und Hilfe von Menschen zu erhalten, denen es ähnlich oder genauso ergeht wie ihnen selbst. Selbsthilfegruppen werden ehrenamtlich geleitet. Unter bestimmten Voraussetzungen können sie im Rahmen der Selbsthilfeförderung von den Gesetzlichen Krankenkassen und deren Verbänden finanziell unterstützt werden. Die Gesetzlichen Krankenkassen im Saarland haben die Fördermittel für das Jahr 2011 vergeben und stellten rund 280.000 Euro zur Verfügung.

Seit im Jahr 2008 die gesetzliche Grundlage zur Selbsthilfeförderung erneuert wurde, gibt es eine kassenartenübergreifende und eine kassenindividuelle Förderung der Selbsthilfe. Mit der kassenartenübergreifenden Gemeinschaftsförderung unterstützen die Gesetzlichen Krankenkassen gemeinsam und einheitlich Selbsthilfegruppen, Landesorganisationen und Selbsthilfekontaktstellen. Die finanzielle Förderung umfasst Zuschüsse zur Informations- und Beratungstätigkeit, z. B. regelmäßig anfallende Kosten für Miete, Porto, Telefon, Internet und Büroausstattung sowie Ausgaben für regelmäßig wiederkehrende Aktivitäten wie Schulungen und Gruppentreffen. Als förderungswürdig anerkannt gelten Selbsthilfegruppen und -organisationen, deren Aktivitäten der gemeinsamen Bewältigung von Krankheiten oder psychischen Problemen dienen, von denen die Mitglieder selbst oder als Angehörige betroffen sind. Grundlage hierfür sind die bundesweit einheitlichen Grundsätze, die die Spitzenverbände der Krankenkassen aufgestellt haben. Unter anderem muss eine kontinuierliche Gruppenarbeit und die regelmäßige Teilnahme von mindestens sechs Personen an den Gruppentreffen gewährleistet sein.

Förderung im Saarland beträgt in diesem Jahr fast 280.000 Euro

Im Jahr 2011 haben die Gesetzlichen Krankenkassen im Saarland die Selbsthilfe mit insgesamt 276.588,80 Euro unterstützt. Hierbei stellen die örtlichen Selbsthilfegruppen die größte Gruppe der Antragsteller; sie erhielten pauschale Fördermittel in Höhe von 106.638,80 Euro. Insgesamt erfüllten im Saarland 110 Selbsthilfegruppen die Vorraussetzungen für eine Förderung. Überdies erhielten Landesorganisationen der Selbsthilfe Fördermittel in Höhe von 84.950 Euro. Eine Auflistung der geförderten Landesorganisationen kann im Internet unter www.selbsthilfe-saar.de eingesehen werden. Die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe im Saarland wurde mit 85.000 Euro gefördert. Die Krankenkassenverbände im Saarland haben ein Gremium gebildet, das von Vertretern der Selbsthilfe beraten wird und über Förderungswürdigkeit und Anträge entscheidet. Es setzt sich zusammen aus Vertretern von AOK - Die Gesundheitskasse im Saarland,  IKK Südwest, BKK Landesverband Mitte, Landesvertretung Rheinland-Pfalz und Saarland, der Landwirtschaftlichen Krankenkasse Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland, dem Verband der Ersatzkassen im Saarland (vdek) sowie der Knappschaft, Regionaldirektion Saarbrücken, die seit 2010 die Federführung des Gremiums inne hatte. Selbsthilfegruppen und -organisationen können bis zum 31. Januar einen Antrag auf Pauschalförderung bei dem von den Gesetzlichen Krankenkassen festgelegten Ansprechpartner einreichen; die neue Federführung wird im Herbst festgelegt. „Wir möchten mit der Vergabe der Fördergelder nicht nur unserem gesetzlichen Auftrag nachkommen, sondern einen bewussten Beitrag zur Selbsthilfeförderung leisten. Deswegen achten wir darauf, dass besonders aktive Gruppen auch in besonderem Maße gefördert werden“, so Manfred Momber, Leiter der knappschaftlichen Krankenkasse in Saarbrücken. Antragsteller haben überdies die Möglichkeit, bei einzelnen Krankenkassen bzw. deren Verbänden zusätzliche Fördermittel zur Durchführung besonderer Projekte zu beantragen. Ein individueller Rechtsanspruch auf pauschale und/ oder projektbezogene Förderung besteht nicht. Der Leitfaden zur Selbsthilfeförderung ist online unter www.gkv-spitzenverband.de/Selbsthilfe.gkvnet abrufbar.

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