Landesregierung ändert kurzfristig den neuen saarländischen Krankenhausplan 2011-2015

Trägerinteressen treten bei der Planung der kardiologischen Versorgung in den Vordergrund

Saarbrücken, 25.5. 2011 - Die Krankenkassen im Saarland lehnen die Neueinrichtung einer kardiologischen Fachabteilung am St. Theresia Krankenhaus der Caritas Trägergesellschaft in Saarbrücken (Rastpfuhl) ab.

Die kardiologische Versorgung im Saarland im stationären wie im ambulanten Bereich ist sehr gut und engmaschiger als in fast allen anderen Regionen in Deutschland. Dies haben führende medizinische Experten im Vorfeld der Krankenhausplanung im Rahmen eines „Runden Tisches“ dem saarländischen Gesundheitsministerium ausdrücklich bestätigt. Dieser Einschätzung haben auch die saarländischen Krankenkassen einmütig zugestimmt und damit das Bestreben einzelner Träger nach einer Ausweitung des Angebotes abgelehnt. Auf den letzten Metern vor Abschluss der Krankenhausplanung scheinen sich aber nun doch partikulare Trägerinteressen, die eine unwirtschaftliche Ausweitung der kardiologischen Versorgungsstrukturen fordern, mit Rückendeckung der Politik gegen allen medizinischen und ökonomischen Sachverstand durchzusetzen.

Im Saarland gibt es an vier Standorten kardiologische Hauptfachabteilungen in Homburg, Saarbrücken, Völklingen und Saarlouis. Der neue Krankenhausplan sieht an allen vier Standorten eine Ausweitung des Bettenangebotes vor. In diesen Zentren ist rund um die Uhr eine Behandlung durch hochqualifiziertes Personal gewährleistet. Außerdem ist durch die vorhandene Infrastruktur dieser Häuser eine hochspezialisierte kardiologische Weiterbehandlung möglich.

Seit 2010 versucht die Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken, an ihrem Krankenhaus St. Theresia in Saarbrücken eigenmächtig den Versorgungsauftrag auszuweiten und durch die Anschaffung eines teuren Linksherzkathetermessplatzes Fakten zu schaffen. Dies wurde sowohl vom Gesundheitsministerium als auch von den Krankenkassenverbänden kritisiert und abgelehnt.

Qualitativ wird die Versorgung der Bevölkerung im Saarland zum Beispiel nach einem Herzinfarkt durch die Schaffung einer weiteren Kardiologie an diesem Haus nicht verbessert. So sind die Krankentransportzeiten bei kardiologisch zu versorgenden Patienten völlig ausreichend. Patienten mit akutem Koronarsyndrom können in der Regel innerhalb von 60 Minuten versorgt werden. Wichtiger und unverzichtbar ist die unverzügliche Diagnostik und Therapie von Patienten nach dem Eintreffen in der Klinik. Dies kann mit gut qualifiziertem Personal und modernster Ausstattung dauerhaft in der notwendigen Qualität nur in Zentren gewährleistet werden, die über eine ausreichende Fallzahl verfügen. Zusätzliche Zentren bedeuten weniger Fälle für die bestehenden Zentren. Dies gefährdet die Qualität der Versorgung insgesamt. Die führenden Kardiologen im Saarland bestätigen dies ausdrücklich.

Das nunmehr bekannt gewordene Zugeständnis der Landesregierung im Nachgang zur Sitzung der Saarländischen Krankenhauskonferenz, am St. Theresia Krankenhaus in Saarbrücken über Kooperation mit einem bestehendem Zentrum eine kardiologische Fachabteilung einzurichten, kann aus Sicht der Verbände der Krankenkassen vor diesem Hintergrund keine versorgungspolitischen Gründe haben. Nicht das Wohl der saarländischen Patienten, sondern das der Krankenhausträger wird hier in den Vordergrund gerückt. Denn im Saarland werden bereits vier kardiologische Zentren mit zwei Herzchirurgien vorgehalten, die auf einem qualitativ hohen Stand die kardiologische Notfallversorgung im Saarland sicherstellen. Insbesondere doppelte Versorgungsstrukturen in der Stadt Saarbrücken machen keinen Sinn.

Die Krankenkassen im Saarland fordern die saarländische Landesregierung auf, im Sinne einer qualitativ hochwertigen Versorgung an den im Rahmen der saarländischen Krankenhauskonferenz vorgelegten Festlegungen zur kardiologischen Versorgung festzuhalten. Es darf nicht sein, dass allein wirtschaftliche Trägerinteressen der Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken die Krankenhausplanung im Saarland bestimmen.

Die vier Krankenhäuser im Saarland mit kardiologischen Hauptfachabteilungen sind:

  • das Universitätsklinikum des Saarlandes (mit einer Herz- und Thoraxchirurgie)
  • die SHG-Kliniken Völklingen (mit einer Herz- und Thoraxchirurgie)
  • das Klinikum Saarbrücken
  • das St. Elisabeth Krankenhaus Saarlouis

Diese Pressemitteilung wurde veröffentlicht von:

  • AOK – Die Gesundheitskasse im Saarland
  • BKK-Landesverband Rheinland-Pfalz und Saarland
  • IKK-Südwest
  • Knappschaft, Regionaldirektion Saarbrücken
  • LKK Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland
  • Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek)-Landesvertretung Saarland

Pressemitteilung


Kontakt

Axel Mittelbach
Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek)
Landesvertretung Saarland
Talstr.30
66119 Saarbrücken

Tel.: 06 81 / 9 26 71 - 17
Fax: 06 81 / 9 26 71 - 19

E-Mail: axel.mittelbach@vdek.com