Ärzte im hausgemachten Verteilungsstreit

Magdeburg, 23.02.2012 - Die unvollständige Umsetzung der morbiditätsorientierten Vergütung in Deutschland hat die kassenärztlichen Vereinigungen in zwei Lager gespalten: LAVA-KVen und FALK-KVen. Die KV Sachsen-Anhalt aus dem LAVA Lager der ärztlichen Geringverdiener sucht, wenn man der Pressemitteilung vom 22.2.2012 Glauben schenken darf, nun wieder bei den Bürgern im Land nach dem Geld, das sie von den Schwesterorganisationen nicht erhält.

Der Verband der Ersatzkassen in Sachsen-Anhalt hat schon auf Bundesebene dafür plädiert, dass Krankenkassenüberschüsse, soweit sie überhaupt existieren, für die mittel- und langfristige Finanzstabilität eingesetzt werden. Zusatzbeiträge würden Entscheidungen im Wahljahr 2013 mit Sicherheit beeinflussen.

„Es ist daher illusorisch, wenn die niedergelassene Ärzteschaft in Sachsen-Anhalt eine pauschale Milliardenforderung postuliert und diese auch noch an die Politik und im gleichen Atemzug an die Krankenkassen verschickt“, kritisiert Dr. Volker Schmeichel, Pressesprecher der vdek-Landesvertretung Sachsen-Anhalt, die Jüngste Resolution der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt.

Schmeichel fordert die Politik auf, Begehrlichkeiten von Funktionären aus Krankenhäusern und von Ärzteorganisationen entschieden entgegenzutreten. Die Behauptung der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt, dass Überschüsse aus dem Gesundheitsfonds für versorgungsfremde Leistungen verwendet werden oder in Sparschweinen der Krankenkassen verbleiben, zeugt von mangelndem Sachverstand. Hierzu Schmeichel: „Die Krankenkassen haben in Sachsen-Anhalt nicht ihre Sparschweine gefüllt. Im Gegenteil: Seit 2008 haben wir den Ärzten zusätzlich rund 400 Millionen Euro mehr an Honorar überwiesen. Das ist eine Steigerung von 17 Prozent.“ Schmeichel weist weiter darauf hin, dass die Krankenkassen derzeit insgesamt mehr als 800 Millionen Euro jährlich an Honorar an eine sinkende Anzahl sachsen-anhaltischer Ärzte überweisen. Pro Vertragsarzt sind das durchschnittlich deutlich mehr als 220.000 Euro. Es ist die mangelnde Solidarität der Ärzteschaft untereinander, die weitere außerordentliche Einkommenszuwächse verhindert.“

Kontakt

Dr. Volker Schmeichel
Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek)
Landesvertretung Sachsen-Anhalt

Tel.: 03 91 / 5 65 16 - 0
Fax: 03 91 / 5 65 16 - 30
E-Mail: volker.schmeichel@vdek.com