Millionenschaden bei den Ersatzkassen erwartet

Fehlerhafte Zuordnung von Impfstoffen als Sprechstundenbedarf

In den letzten Jahren wurden zu Lasten der Ersatzkassen deutlich mehr Impfstoffe als Sprechstundenbedarf (SSB) im Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt (KVSA) abgerechnet, als Ersatzkassenversicherte behandelt wurden.

Was den Ersatzkassen zuviel, wurde offensichtlich anderen Krankenkassen wie unter anderen der AOK Sachsen-Anhalt, der BKK und der IKK gesund plus, zu wenig in Rechnung gestellt.

„Im Interesse unserer Versicherten muss dieser Sachverhalt jetzt aufgeklärt und korrigiert werden, so dass am Ende jede Krankenkasse für ihre Versicherten auch beim Sprechstundenbedarf für den tatsächlichen Verbrauch aufkommt“, so Dr. Klaus Holst, Leiter der vdek-Landesvertretung Sachsen-Anhalt.

Im Zeitraum 2008 bis 2010 wurden bei einer Vielzahl von Praxen deutliche Diskrepanzen zwischen den zur Abrechnung gebrachten Abrechnungsziffern für Impfleistungen und den verordneten Impfstoffmengen festgestellt. Die Ersatzkassen haben daher für 1688 von rund 3600 Arztpraxen Prüfanträge bei der zuständigen Prüfungs-stelle zur Wirtschaftlichkeitsprüfung der vertragsärztlichen Versorgung in Sachsen-Anhalt gestellt.

„Ich möchte klarstellen, dass sich die beantragte Überprüfung nicht gegen die medizinische Leistung der Ärzte richtet. Da zum Jahresende aber eine Verfristung der Ansprüche der Ersatzkassen droht, müssen wir nun direkt an die betroffenen Praxen im Sinne einer Betriebsstätten-prüfung herantreten“ so Klaus Holst.

Zugleich appellierte er an die begünstigten Krankenkassen in Sachsen-Anhalt, kooperativer als bisher an einer gemeinsamen Lösung mitzuarbeiten. In diesem Fall könnten auch die Prüfanträge gegen die Praxen noch zurückgenommen werden.

Hintergründe

Verhandlungen vorerst gescheitert

Den jetzigen Antragsstellungen gingen jahrelange Verhandlungen mit den Krankenkassen voraus, die von der fehlerhaften Verordnung btw. Zuordnungen von Impfstoffen finanziell profitiert haben. An diesen Verhandlungen waren auch die Landesregierung und die Kassenärztliche Vereinigung beteiligt. Diese Gespräche sind nun vorerst  leider gescheitert.

Was ist SSB

Das sind Mittel, die für mehr als einen Patienten verwendet werden oder für Notfälle zu Verfügung stehen müssen.

Beispiele:

Notfallmedikamente (Insulin, Analgetika), Salben, Tropfen, Impfstoff (z.B. Tetanus, Masern), Sauerstoffmasken, Verbandsmittel, Desinfektionsmittel für Patienten, Narkosemittel, etc.

Rückzahlungsverantwortung liegt bei den begünstigten Krankenkassen

Die Ersatzkassen weisen ausdrücklich darauf hin, dass nicht die medizinisch erbrachte Leistung Gegenstand der Überprüfung ist, sondern deren falsche Zuordnung. Daraus ist nicht den Ärzten sondern in erster Linie den begünstigten Krankenkassen eine Rückzahlungspflicht aufzuzeigen.

Kontakt

Dr. Volker Schmeichel
Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek)
Landesvertretung Sachsen-Anhalt

Tel.: 03 91 / 5 65 16 - 0
Fax: 03 91 / 5 65 16 - 30
E-Mail: volker.schmeichel@vdek.com