Krankenkassen verurteilen Orthopädenstreik

Patienten sind nicht verantwortlich für Unzufriedenheit der Ärzte

Kiel, 05. Februar 2009 – Die gesetzlichen Krankenkassen in Schleswig-Holstein bedauern, dass eine Arztgruppe ihren Patienten die vertraglich vereinbarte Behandlung wegen Honorarstreitigkeiten verweigert. „Wir lassen uns nicht erpressen“, sagen die Verbände der gesetzlichen Krankenversicherung in Schleswig-Holstein, “und fordern die niedergelassenen Orthopäden  auf, Patienten nicht als Geiseln für ihre Honorarforderungen zu nehmen“. Tatsache ist, dass die gesetzliche Krankenversicherung den Ärzten bundesweit 2,7 Milliarden Euro mehr als 2007 zur Verfügung gestellt hat – allein in Schleswig-Holstein fast 60 Millionen Euro, die die Krankenversicherten mit dem politisch festgelegten Kassenbeitrag bezahlen.

Ab Montag wollen die niedergelassenen Orthopäden ihren Patienten die Tür weisen, um höhere Honorare zu erzwingen.  Hintergrund ist die veränderte Vergütung ärztlicher Leistungen mit Einführung des Gesundheitsfonds zum 1.1.2009. Ab diesem Jahr ist eine bundeseinheitliche Vergütung vorgegeben, so dass auch in Schleswig-Holstein jetzt für gleiche Leistung ebenso viel bezahlt wird wie in ganz Deutschland.

Auf der Grundlage der Angleichung der Preisunterschiede zwischen den Bundesländern sind auch für Schleswig-Holstein neue Preise festgesetzt worden. Demnach liegen die Einnahmen der Orthopäden in Schleswig-Holstein im Durchschnitt vergleichbarerer Flächenländer. Außerdem haben sich Ärzteverbände und Gesetzliche Krankenversicherung jüngst auf eine Konvergenz-phase verständigt, um den Übergang auf die neue Honorarverteilung verträglich zu gestalten.

Der Gesundheitsfonds mit seiner Unterdeckung lässt den Krankenkassen keinen Spielraum für individuelle Zusatzvergütungen. Wenn die Krankenkassen dem Begehren der Ärzte folgen würden, müssten die Versicherten dies durch einen Zusatzbeitrag für ihre Krankenkasse bezahlen.

Alle gesetzlichen Krankenkassen im Land nehmen die Beschwerden der Versicherten auf. Die Krankenkassen werden die Kassenärztliche Vereinigung auffordern, die betreffenden Ärzte auf ihre vertragsärztliche Pflicht zur Erbringung der Leistungen hinzuweisen. Weigern sich die Ärzte weiterhin, drohen ihnen Disziplinarmaßnahmen bis hin zum Entzug der vertragsärztlichen Zulassung.

Diese Pressemitteilung wurde veröffentlicht von der vdek-Landesvertretung Schleswig-Holstein, AOK Schleswig-Holstein, BKK-Landesverband NORD, IKK-Landesverband Nord, Landwirtschaftliche Krankenkasse Schleswig-Holstein, Knappschaft- Die neue See-Krankenversicherung.

Pressemitteilung


Federführend für die Veröffentlichung:
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