Bundesweit erste ambulante Versorgung im Krankenhaus sichert

Behandlung Schwerstkranker

Kiel, 18. März 2009 – Möglichen Versorgungsengpässen in der Behandlung Schwerstkranker an der schleswig-holsteinischen Westküste begegnen das Westküstenklinikum Heide und die schleswig-holsteinischen Krankenkassen mit der neuen gesetzlichen Möglichkeit der ambulanten Versorgung im Krankenhaus. Das Westküstenklinikum Heide ist eines der bundesweit ersten Krankenhäuser, dass Leistungen nach Paragraf 116b SGB V erbringt. „Dies ist ein guter Weg, überkommenen Barrieren zwischen ambulanter und stationärer Versorgung aufzuheben“, sagt Dietmar Katzer, Leiter des Verbandes der Ersatzkassen vdek Schleswig-Holstein. „Durch einvernehmliches Vorgehen zwischen Krankenhäusern und Kassenärztlicher Vereinigung ist eine Lösung zum Vorteil für den Patienten gefunden“, sagt Harald Stender, Geschäftsführer des Westküstenklinikums Heide.

Nach Neufassung des Paragrafen 116 b im März 2007 konnte das schleswig-holsteinische Gesundheitsministerium dem Westküsten­klinikum Heide als eines der bundesweit ersten Krankenhäuser den Bescheid erteilen, Patienten die ambulanten Behandlung mit hoch spezialisierter Leistungen, seltene Erkrankungen und Erkrankungen mit besonderen Krankheits­verläufen zu ermöglichen. Nach zwei Jahren konnten weit mehr als 2000 Patienten von der ambulanten Behandlung in der Klinik profitieren, überwiegend in den Bereichen Onkologie, Anfallsleiden und Multiple Sklerose. Stender geht davon aus, dass sich die Inanspruchnahme bis zum Jahresende verdreifachen wird.

„Vorteil für unsere Versicherten ist die geschlossene Behandlungskette“, sagt Katzer. „Krebs kann von dem ersten Anfangsverdacht, über die genaue Diagnostik, die Operation, Nachsorge, Strahlentherapie bis hin zur Psychoonkologie vollständig über das Krankenhaus geleistet werden.“ Der Patient müsse sich in seiner schweren Lage nicht mehr um Überweisungen des Hausarztes kümmern. Ein Fallmanager begleitet ihn für die gesamte Dauer der Behandlung.

Für die Kostenträger ergibt sich auch eine deutliche Verbesserung der Situation dadurch, dass die Medikamente während der Behandlung im Krankenhaus vom Krankenhaus eingekauft und gestellt werden können. Die Einsparungseffekte in diesem Bereich sind beträchtlich.

„Wichtig war für uns, eine kooperative Lösung mit den niedergelassenen Ärzte in der Region zu erreichen“, sagt Stender. Inzwischen sei mit acht niedergelassenen Ärzten eine Kooperationsvereinbarung zur gemeinsamen Leistungserbringung abgeschlossen worden, so das Kooperation dem Medizinischen Qualitätsnetz Westküste (MQW) entstanden sei, die ambulante Behandlung an der Westküste deutlich zu vereinfache und beschleunige.

Hintergrund:

Mit Inkrafttreten des GKV-WSG zum 1. April 2007 sind gemäß § 116b SGB V zugelassene Krankenhäuser zur ambulanten Behandlung von hoch spezialisierten Leistungen, seltenen Erkrankungen und Erkrankungen mit besonderen Krankheitsverläufen berechtigt. Die Berechtigung wird auf Antrag des Krankenhausträgers erteilt, wenn und soweit das Krankenhaus im Rahmen der Krankenhausplanung des Landes unter Berücksichtigung der vertragsärztlichen Versorgungssituation dazu bestimmt worden ist.

Die Zulassung bzw. Berechtigung wird durch die Bundesländer bzw. die zuständigen Landesbehörden erteilt. Die Bundesländer entscheiden dabei nicht nur über das "ob" einer Zulassung, sondern auch über den konkreten Zulassungsumfang - Katalogleistungen des § 116b SGB V. Die Berechtigung ist einvernehmlich mit den an der Krankenhausplanung unmittelbar Beteiligten anzustreben.

Voraussetzung für die Erbringung der jeweils beantragten Leistungen ist die Eignung des Krankenhauses gemäß der Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).

Diese Pressemitteilung wurde veröffentlicht von der vdek-Landesvertretung Schleswig-Holstein und des Westküstenklinikums Heide.

 Pressemitteilung


Federführend für die Veröffentlichung:
vdek-Landesvertretung Schleswig-Holstein
Wall 55 (Sell-Speicher)
24103 Kiel

Ihr Ansprechpartner:
Oliver Grieve
Tel.: 04 31 / 9 74 41 - 16
E-Mail: oliver.grieve@vdek.com