Sind Ärzte als Wahlhelfer standesgemäß?

Unzufriedenheit trotz Honorarsteigerung von zehn Prozent

Kiel, 23.04.2009 – Wie von den Ersatzkassen prognostiziert, steigen die Honorare der Vertragsärzte in Schleswig-Holstein jetzt zum dritten Mal innerhalb eines knappen halben Jahres. Aufgrund neuer Berechnung des gemeinsamen Bewertungsausschusses in Berlin erhöht sich die Summe von 920 Millionen Euro in 2007 auf 1,009 Milliarden Euro in 2009. Damit liegt der Zuwachs bei 9,6 Prozent.

Statt sich bei den Patienten zu entschuldigen, auf deren Rücken ein absehbar überflüssiger Honorarstreit ausgetragen wurde, werden die Aktionen immer zügelloser. „Warum beißen die Ärzte die Hand die sie füttert?“, fragt Dietmar Katzer, Leiter des Verbandes der Ersatzkassen Schleswig-Holstein vdek. „Anstatt sich über eine durchschnittliche Steigerung von 17.400 Euro pro Praxis zu freuen, die SPD-Gesundheitsministerin Ulla Schmidt beschert hat, sollen jetzt Plakate in den Wartezimmern ausgehängt werden, die den Patienten abraten, sozialdemokratisch zu wählen. „Wer über das Wohlergehen seines Patienten entscheidet und gleichzeitig dessen Wahlentscheidung vorschreibt, handelt unmoralisch“, sagt Katzer. Offensichtlich versagt hier nun auch noch die ethischen Selbstkontrolle der Ärzteschaft. Nicht nur dringender Handlungsbedarf der Standesorganisation ist gefordert.

Der Ersatzkassenverband appelliert an die Ärzteschaft, das Vertrauen der Patienten nicht zu missbrauchen und einseitige Wahlempfehlungen aus den Praxen fern zu halten.

 Pressemitteilung


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