Alarmierende Ergebnisse bei der Pflegequalität in Schleswig-Holstein

Pflege in Schleswig-Holstein ist schlecht

Kiel, 06.10.2009

Die ersten Transparenzberichte für Schleswig-Holsteins Pflegeeinrichtungen, 

die im Rahmen der neuen bundesweit einheitlichen Qualitätsprüfrichtlinie 

vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherungen durchgeführt worden 

sind, liegen dem Verband der Ersatzkassen (vdek) vor.

Über 100 stationäre Einrichtungen im nördlichsten Bundesland wurden bisher 

geprüft und die Ergebnisse sind mehr als besorgniserregend. In einer Art 

Schulnotensystem von Note 1 bis 5, liegt der Durchschnittsnotenwert bei den 

begutachteten Häusern bei 3,1. Diese Note, die sich aus den vier Bereichen 

Pflege und medizinische Versorgung, Pflege im Bereich Demenz, 

Soziale Betreuung und Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft 

und Hygiene zusammensetzt, liegt nach ersten Erkenntnissen des vdek 

weit unter dem Bundesdurchschnitt. Besonders negativ zu bewerten ist dabei, 

dass die Bereiche Demenz (25 x mangelhaft) und soziale Betreuung 

(28 x mangelhaft) besonders schlechte Noten erhielten.

Dazu der Leiter der vdek-Landesvertretung Dietmar Katzer: „Nach den 

ersten 100 vorliegenden Gutachten kann man mit der Pflegequalität in 

Schleswig-Holstein nicht zufrieden sein. Mit der eingeführten Transparenz-

vereinbarung kommt nun das zutage, was wir immer angemahnt haben: 

Die vorhandenen vertraglichen Regelungen und Instrumente zum Qualitäts-

management werden anscheinend nicht adäquat umgesetzt“. Der vdek, 

der diese bundesweite Vergleichbarkeit von Pflegeeinrichtungen sowie auch 

die Offenlegung der Ergebnisse, immer gefordert hat, sieht nun massiven 

Handlungsbedarf bei den Trägern.

Katzer: „Die Zeit der Runden Tische, der tollen Plakate und Broschüren und 

selbstdarstellenden Veranstaltungen ist damit vorbei.Mein Fazit lautet: Wir 

wollten die Transparenz und jetzt haben wir ein Ergebnis, das die Probleme 

in Schleswig-Holstein schonungslos offen legt. Alle Verantwortlichen 

sind aufgefordert, sich jetzt mit der tatsächlichen Pflegequalität 

auseinanderzusetzen“. 

Der vdek bietet Pflegebedürftigen und Ihren Angehörigen ab Mitte November 

mit dem Pflegelotsen (www.pflegelotse.de) ein neues Informationsportal. 

Hier kann man sich umfassend über die Qualität der Einrichtungen sowie die 

Ergebnisse der Transparenzgutachten informieren.

Pressemitteilung


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