vdek wirbt um sachliche Diskussion im Umgang mit ambulanten Leistungen im Krankenhaus

Kiel, 16.07.2010

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Diskussion über 

Sinn und Zweck des Paragrafen 116 b SGB V erklärt die 

Landesvertretung des Verbandes der Ersatzkassen e. V. 

(vdek), dass dessen konsequente Anwendung ein richtiger 

Ansatz sei, überkommene Barrieren zwischen ambulanter 

und stationärer Versorgung aufzuheben und eine ergänz-

ende Sicherstellung der medizinischen Versorgung für be-

sonders schwere Krankheitsverläufe im Land zu ermöglichen.
„Wer die Erfolge bei der Vernetzung der medizinischen 

Versorgung zwischen unseren Krankenhäusern und den 

niedergelassenen Ärzten nicht gefährden will, muss der 

Umsetzung des Paragrafen 116 b SGB V eine Chance geben“, 

so Dietmar Katzer, Leiter der vdek-Landesvertretung Schleswig-

Holstein.Nach Auffassung des Ersatzkassenverbandes ist die 

seit Ende 2007 geltende gesetzliche Regelung, dass Kranken-

häuser hochspezialisierte Leistungen auch ambulant behandeln 

können, sinnvoll, sofern die Beteiligten einen ordnenden 

Rahmen berücksichtigen. Katzer: „Diese Rahmenbedingungen
haben wir uns in Schleswig-Holstein gemeinsam erarbeitet,
so dass 21 Krankenhäuser insgesamt 252 ambulante Be-

handlungen von hochspezialisierten Leistungen durchführen.

“ Diese Häuser können jetzt den Patienten mit seltenen Erkrank-

ungen oder mit besonderen Krankheitsverläufen die Behandlung 

auch ambulant anbieten. Hierzu zählt u. a. die Versorgung von 

Patienten mit onkologischen und schweren Verlaufsformen 

rheumatologischer Erkrankungen, die Behandlung von Patienten 

mit Mucoviszidose, Multipler Sklerose, Anfallsleiden sowie die 

Versorgung von Frühgeborenen mit Folgeschäden. „Vorteil für 

unsere Versicherten ist die geschlossene Behandlungskette“,
sagt Katzer. „Krebs kann von dem ersten Anfangsverdacht, 

über die genaue Diagnostik, die Operation, Nachsorge, 

Strahlentherapie bis hin zur Psychoonkologie vollständig 

über das Krankenhaus oder mit dem niedergelassenen
Facharzt geleistet werden.“

Hintergrund:

Mit Inkrafttreten des GKV-WSG zum 1. April 2007 sind gemäß 

Paragraf 116b SGB V zugelassene Krankenhäuser zur ambu-

lanten Behandlung von hoch spezialisierten Leistungen, seltenen 

Erkrankungen und Erkrankungen mit besonderen Krankheits-

verläufen berechtigt. Die Berechtigung wird auf Antrag des 

Krankenhausträgers erteilt, wenn und soweit das Krankenhaus 

im Rahmen der Krankenhausplanung des Landes unter Berück-

sichtigung der vertragsärztlichen Versorgungssituation dazu 

bestimmt worden ist. Die Zulassung bzw. Berechtigung wird 

durch die Bundesländer bzw. die zuständigen Landesbehörden 

erteilt. Die Bundesländer entscheiden dabei nicht nur über das 

"ob" einer Zulassung, sondern auch über den konkreten 

Zulassungsumfang - Katalogleistungen des § 116b SGB V. Die
Berechtigung ist einvernehmlich mit den an der Krankenhaus-

planung unmittelbar Beteiligten anzustreben. Voraussetzung 

für die Erbringung der jeweils beantragten Leistungen ist
die Eignung des Krankenhauses gemäß der Richtlinien des 

Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).

Pressemitteilung


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