RESIST - Resistenzvermeidung durch adäquaten Antibiotikaeinsatz

Gefördert durch den Innovationsfonds

Logo mit der Aufschrift "Resist" und dem Text "Antibiotika bewusst anwenden - Resistenzen vermeiden"

RESIST hat sich zum Ziel gesetzt, den Antibiotikaeinsatz bei Atemwegsinfekten in der ambulanten Versorgung zu optimieren. Durch die Einführung einer neuen projekteigenen Fortbildung und einer Antibiotikaberatungsleistung sollen Ärzte für einen besonders verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika sensibilisiert werden. Das bundesweite Projekt ist eine Zusammenarbeit des vdek und seiner Mitgliedskassen mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, acht Kassenärztlichen Vereinigungen und dem Institut für Allgemeinmedizin der Universitätsmedizin Rostock. Es wird vom Innovationsfonds im Rahmen der ersten Förderwelle zu den neuen Versorgungsformen unterstützt.

Nicht notwendige Antibiotikaverordnungen zu häufig

Akute Atemwegsinfektionen der oberen und unteren Atemwege (ARTI) werden in den meisten Fällen durch Viren verursacht und kommen ohne äußere therapeutische Maßnahmen wieder zum Erliegen. Antibiotika sind somit wirkungslos, werden aber dennoch in der vertragsärztlichen Versorgung in Deutschland immer noch zu häufig verschrieben. Besonders der Anteil von verordneten Breitbandantibiotika ist im internationalen Vergleich deutlich zu hoch. Die Frage, wie es zu nicht-indizierten Antibiotikaverordnungen kommt, ist in den vergangenen Jahren vermehrt in den Fokus der Forschung gerückt. Eine Rolle scheint hier zu spielen, dass Ärzte die Erwartungshaltung ihrer Patienten in Bezug auf das Erfolgen einer Antibiotikaverordnung überschätzen. Darüber hinaus werden aus einem irrationalen Gefühl größerer Sicherheit heraus zu oft nicht-angemessene Breitspektrumantibiotika eingesetzt. Nicht notwendige Antibiotikaverordnungen verursachen neben dem Problem der bakteriellen Resistenzbildung auch vermeidbare Arzneimittelinteraktionen und Nebenwirkungen und generieren auf diese Weise direkte und indirekte vermeidbare Kosten.

Online-Schulung für bessere Arzt-Patienten-Kommunikation

Das Versorgungskonzept von RESIST richtet sich an Ärzte, welche für gewöhnlich bei akuten Atemwegsinfekten von Versicherten direkt aufgesucht werden: Hausärzte, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte und Kinder- und Jugendärzte. Etwa 3.000 Ärzte in acht Regionen der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) werden ab dem zweiten Quartal 2017 die Möglichkeit haben, sich bei der zuständigen KV in das Versorgungsmodell einzuschreiben. Voraussetzung dafür ist die Teilnahme an einer vorbereitenden Online-Schulung. Diese fokussiert eine verbesserte Arzt-Patienten-Kommunikation sowie Grundlagen der rationalen und leitliniengerechten Antibiotikatherapie bei Atemwegserkrankungen. Für den Einsatz im Praxisalltag erhalten teilnehmende Ärzte anschließend Praxisposter, Patienteninformationen und Entscheidungshilfen, die die intensivierte Beratung der Patienten sowie die gemeinsame Entscheidungsfindung unterstützen sollen.

Um das eigene Verordnungsverhalten einordnen zu können, ist zudem vorgesehen, den Ärzten vor Beginn der Erkältungssaison 2018 einen Feedbackbericht zur Verfügung zu stellen. Dieser enthält Informationen zum Antibiotikaverordnungsverhalten aller teilnehmenden Ärzte im Vergleich zu den Nicht-Teilnehmern in ihrer KV-Region.

Ziel: Geringere Antibiotikaverordnungsrate 

Ziel des versorgungsnah konzipierten Projektes RESIST ist es, sowohl eine Verringerung der allgemeinen Antibiotikaverordnungsrate bei ARTI als auch einen leitliniengerechteren Einsatz von Breitbandantibiotika zu erreichen. Die für jedes durch den Innovationsfonds geförderte Projekt verpflichtende wissenschaftliche Evaluation wird durch das Institut für Allgemeinmedizin der Universitätsmedizin Rostock durchgeführt. Die Federführung hat Prof. Dr. Attila Altiner gemeinsam mit dem Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi).

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