Transparenz und Qualität in der Pflege

Seit dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz (PfWG) von 2008 gehören die Qualitätssteigerung und die Erhöhung der Transparenz zu den zentralen Zielen in der Pflegeversicherung. Zur Umsetzung dieser Ziele wurden regelmäßige Qualitätsprüfungen von ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen eingeführt, deren Ergebnisse in Form von Transparenzberichten - die auch die sogenannten „Pflegenoten“ beinhalten - allgemeinverständlich veröffentlicht werden. Damit erhalten Versicherte die Möglichkeit, sich unabhängig und neutral über die Qualität von Pflegeeinrichtungen zu informieren.

Die Instrumente der Qualitätssicherung und der Qualitätsberichterstattung einschließlich der Pflegenoten werden derzeit durch den Qualitätsausschuss neujustiert. Im Rahmen des zweiten Pflegestärkungsgesetz (PSG II) wurde hierfür ein Zeitplan festgelegt. Auf der Grundlage von überarbeiteten Maßstäben und Grundsätzen sowie einer angepassten Qualitätsprüfungsrichtlinie soll für den stationären Bereich bis Ende 2017 eine neue Qualitätsdarstellungsvereinbarung geschlossen werden. Für den ambulanten Bereich ist dies bis Ende 2018 vorgesehen. Bis dahin bestehen die derzeitigen Instrumente fort.

Maßstäbe und Grundsätze in der Pflege

Grundlage für die Transparenz und Qualität in der Pflege sind die „Maßstäbe und Grundsätze  zur Sicherung und Weiterentwicklung der Pflegequalität in der ambulanten und stationären Pflege“ (MuG). Die Maßstäbe wurden von den Akteuren in der Pflegeversicherung vereinbart und sind für alle Pflegekassen, Verbände und zugelassenen Pflegeeinrichtungen verbindlich:

Die Qualitätsprüfung von Pflegeeinrichtungen

Die Prüfung der Einrichtungen erfolgt auf Grundlage von Qualitätsprüfungs-Richtlinien (QPR), die zwischen dem GKV-Spitzenverband, den Sozialhilfeträgern und den Bundesverbänden der Pflegeeinrichtungen geschlossen wurden:

Die Richtlinien sind am 1. Juli 2009 in Kraft getreten und infolge des zweiten Pflegestärkungsgesetzes (PSG II) zuletzt am 6. September 2016 angepasst. Die Qualitätsprüfung erfolgt in stationären Einrichtungen unangemeldet. In ambulanten Pflegediensten werden die Prüfungen kurzfristig am Tag zuvor angemeldet, um einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen. Durchgeführt werden die Prüfungen von dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) und dem PKV-Prüfdienst.

Die Erstellung der Transparenzberichte

Auf Grundlage der Qualitätsprüfung wird ein Transparenzbericht erstellt. Die geprüfte Einrichtung hat dann die Möglichkeit, innerhalb von 28 Tagen ergänzende Angaben zur Einrichtung (z. B. Größe) zu machen und den Bericht zu kommentieren. Für diese Abstimmungsverfahren wurde die "DatenClearingStelle Pflege" eingerichtet und ein zugehöriges Webportal (www.transparenzberichte-pflege.de) aufgebaut.

Grundlage für die Transparenzberichte sind die Pflege-Transparenzvereinbarungen nach § 115 SGB XI, die zwischen dem GKV-Spitzenverband, den Verbänden der Pflegekassen auf Bundesebene, den Sozialhilfeträgern sowie den Verbänden der Pflegeeinrichtungen vereinbart wurden.

Das zweite Pflegestärkungsgesetz (PSG II) sah nach § 115a Abs. 1 SGB XI eine Überleitung der Pflege-Transparenzvereinbarungen vor. Im Folgenden finden Sie die seit dem 1.1.2017 geltenden Fassungen der Pflege-Transparenzvereinbarung ambulant (PTVA) und Pflege-Transparenzvereinbarung stationär (PTVS):

PTVA Anlage 1

gültig ab 1. Januar 2017

PTVA Anlage 2

gültig ab 1. Januar 2017

PTVA Anlage 3

gültig ab 1. Januar 2017

PTVA Anlage 4

gültig ab 1. Januar 2017

PTVS Anlage_1

gültig ab 1. Januar 2017

PTVS Anlage_2

gültig ab 1. Januar 2017

PTVS Anlage_3

gültig ab 1. Januar 2017

PTVS Anlage 4

gültig ab 1. Januar 2017

Der vdek-Pflegelotse und die Veröffentlichung der Transparenzberichte

Nach der Abstimmung der Transparenzberichte werden die Prüfergebnisse bzw. die Pflegenoten veröffentlicht. Die Veröffentlichung erfolgt für die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen verständlich, übersichtlich und kostenfrei im Internet. Der vdek hat hierfür den vdek-Pflegelotsen entwickelt. Pflegebedürftige und deren Angehörige können über das Portal geeignete ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen in ihrer Umgebung suchen und sämtliche Transparenzberichte abrufen.

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