Deutscher Hospiztag am 14.10.2026

Ersatzkassen stärken die Hospizarbeit in Berlin

Schwerstkranke und sterbende Menschen sollen ihre letzte Lebensphase möglichst selbstbestimmt und würdevoll verbringen können. Darauf macht der Deutsche Hospiztag am 14. Oktober aufmerksam. Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) Berlin/Brandenburg würdigt aus diesem Anlass insbesondere das Engagement der vielen haupt- und ehrenamtlich Tätigen in der Hospiz- und Palliativversorgung in Berlin.

Die Ersatzkassen tragen gemeinsam mit den weiteren gesetzlichen Krankenkassen wesentlich zur Finanzierung der Hospizarbeit bei. Allein die ambulanten Hospizdienste in Berlin werden 2026 von den gesetzlichen Krankenkassen mit rund 7,5 Millionen Euro gefördert. Die Förderung unterstützt unter anderem Personal- und Sachkosten sowie die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Fachkräften und Ehrenamtlichen. „Hospizarbeit bedeutet vor allem, Menschen in einer besonders schwierigen Lebensphase nicht allein zu lassen. Schwerstkranke und sterbende Menschen sollen ihren letzten Lebensabschnitt in Würde und so selbstbestimmt wie möglich gestalten können. Dafür braucht es verlässliche Strukturen – und vor allem die vielen Menschen, die sich haupt- und ehrenamtlich in der Hospizarbeit engagieren“, erklärt Rebecca Zeljar, Leiterin der vdek-Landesvertretung Berlin/Brandenburg.

Mehr als 2.100 Ehrenamtliche in ambulanten Hospizdiensten

Ambulante Hospizdienste ermöglichen es vielen schwerstkranken Menschen, ihre letzte Lebensphase in ihrer vertrauten Umgebung zu verbringen. Neben der Begleitung der Betroffenen gehört auch die psychosoziale Unterstützung und Entlastung der Angehörigen zu ihren zentralen Aufgaben. Im Jahr 2025 setzten sich in den von den gesetzlichen Krankenkassen geförderten 24 ambulanten Hospizdiensten in Berlin insgesamt 2.101 Ehrenamtliche für die Wünsche und Bedürfnisse schwerstkranker und sterbender Menschen sowie ihrer Angehörigen ein. Acht dieser Hospizdienste sind auf die Begleitung von Kindern und Jugendlichen sowie deren Familien spezialisiert. Darüber hinaus verfügt Berlin über ein vielfältiges Netz der Hospiz- und Palliativversorgung. Der Berliner Landespflegeplan 2025 weist 20 stationäre Hospize, darunter zwei für Kinder und Jugendliche, sowie zehn Palliativstationen mit insgesamt 82 Betten aus. Hinzu kommen Angebote der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV).

Hospizbegleitung erreicht Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen

Wie vielfältig Hospizarbeit sein kann, zeigt beispielsweise der ambulante Hospizdienst VISITE des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg. Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens wurde das Angebot 2024 erweitert: Besonders qualifizierte Ehrenamtliche begleiten auch wohnungslose Menschen und Strafgefangene – Menschen, für die der Zugang zu hospizlichen Angeboten mit besonderen Hürden verbunden sein kann. „Die würdevolle Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen und die Unterstützung ihrer Angehörigen sind eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Hospiz- und Palliativversorgung lebt vom Zusammenspiel professioneller Strukturen und eines außergewöhnlich starken ehrenamtlichen Engagements. Dieses Engagement verdient Anerkennung und verlässliche Rahmenbedingungen“, so Zeljar.

Hospizarbeit gewinnt weiter an Bedeutung

Die Wünsche und Bedürfnisse schwerstkranker und sterbender Menschen stehen im Mittelpunkt der Hospiz- und Palliativversorgung. Gerade ambulante Hospizdienste leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass Menschen ihre letzte Lebensphase in ihrer vertrauten Umgebung verbringen können. Haupt- und ehrenamtlich Tätige begleiten dabei nicht nur die Betroffenen selbst, sondern stehen auch ihren Angehörigen in einer besonders belastenden Lebenssituation zur Seite. Der Deutsche Hospiztag wurde im Jahr 2000 vom Deutschen Hospiz- und PalliativVerband ins Leben gerufen. Der bundesweite Aktionstag macht auf die Belange schwerstkranker und sterbender Menschen aufmerksam und trägt dazu bei, Sterben, Tod und Trauer stärker in das gesellschaftliche Bewusstsein zu rücken.

Weitere Informationen: Hospiz- und Palliativangebote in der Nähe finden Betroffene und Angehörige über den Hospizlotsen: https://www.hospizlotse.de