Zuzahlungen in Brandenburger Pflegeheimen steigen

Mit durchschnittlich 1.729 Euro im Monat sind die Zuzahlungen in den Brandenburger Pflegeheimen neuerlich gestiegen. Zwar liegt Brandenburg im bundesdeutschen Vergleich deutlich unter dem Durchschnitt von 2.068 Euro, dennoch müssen die Betroffenen in Brandenburg 107 Euro Zuzahlungen im Monat mehr als noch vor einem Jahr leisten. Dies entspricht einer Steigerung von 6,2 Prozent.

Steigerung Eigenanteil in der Pflege Brandenburg

Pflegeheimbewohner leisten Zuzahlungen für reine Pflege, für Unterkunft und Verpflegung sowie für die Investitionskosten. Die finanzielle Belastung der reinen Pflege macht mit 45 Prozent nicht nur den größten Kostenblock aus. Sie steigt auch am stärksten, und zwar um 12,2 Prozent im Jahr 2020. Von 107 Euro Mehrbelastung im Monat entfallen derzeit in Brandenburg 85 Euro auf reine Pflege. Die Höhe der pflegebedingten Aufwendungen hängt wesentlich von den Personalkosten ab. Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz von 2019 erleichterte Tarifabschlüsse und bringt den Beschäftigten in der Pflege höhere Löhne ein. „Letztlich sind es insbesondere die zurecht anerkannten Kosten für die tariflich gebundene Bezahlung des Pflegepersonals und Kosten für bessere personelle Ausstattung der Einrichtungen, die die Eigenanteile erhöhen“, beschreibt Marina Rudolph, Leiterin der Landesvertretung Berlin/Brandenburg, die aktuelle Situation.

Im Bundesdurchschnitt liegen die Zuzahlungen für reine Pflege derzeit bei 831 Euro im Monat. Mit den nun vorliegenden Eckpunkten des Bundesgesundheitsministeriums zur Pflegereform 2021 soll gegengesteuert werden. Unter anderem ist vorgesehen, die Zuzahlungen für den pflegebedingten Eigenanteil auf 700 Euro im Monat für die Zeit von drei Jahren zu deckeln. Außerdem sollen sich die Bundesländer in Höhe von 100 Euro monatlich an den Investitionskosten beteiligen.

„Bisher steht die Entlastung nur auf dem Papier. Faktisch müssen die Pflegeheimbewohner weiter steigende finanzielle Lasten stemmen. Der Gesetzgeber muss nun dringend handeln, um schnell spürbare Entlastungen zu schaffen. Vielen Betroffenen droht Überforderung, d. h. immer mehr Pflegeheimbewohner werden auf Leistungen der Sozialhilfe angewiesen sein“, meint Marina Rudolph, Leiterin der Landesvertretung Berlin/Brandenburg des Verbandes der Ersatzkassen.

Steigerung Pflege Bundesvergleich

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Robert Deg
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