Rett Deutschland e.V. aus der Regionalgruppe Mosel-Saar-Pfalz

Selbsthilfepreis der Ersatzkassen 2024/25 RLP - Preisträger mit Laudatorin Frau Schuster

Frage 1:

Die neue Ausschreibungsrunde des Rheinland-Pfälzischen Selbsthilfepreises startet in Kürze.

Wie können Selbsthilfegruppen ermutigt werden, ihre Arbeit sichtbarer zu machen und würden Sie sich erneut auf eine Ausschreibung bewerben?

Viele Selbsthilfegruppen leisten tagtäglich unglaublich wertvolle Arbeit, oft aber eher still im Hintergrund. Dabei ist genau diese Arbeit so wichtig für betroffene Familien. Wir möchten Mut machen, sichtbar zu werden und zu zeigen, was Selbsthilfe wirklich bedeutet: Austausch, Verständnis, Unterstützung und Gemeinschaft. Gerade soziale Medien, kleine Berichte aus dem Alltag oder gemeinsame Aktionen können helfen, andere Familien zu erreichen und Berührungsängste abzubauen.

Eine Bewerbung für den Selbsthilfepreis würden wir auf jeden Fall wieder empfehlen. Nicht nur wegen des Preisgeldes, sondern vor allem, weil dadurch die Arbeit der Gruppen wahrgenommen und wertgeschätzt wird.

Frage 2:

Herzlichen Glückwünsch zur Auszeichnung!

Wie haben Sie und Ihre Selbsthilfegruppe die Auszeichnung aufgenommen? Und ganz konkret: Wofür konnten Sie das Preisgeld verwenden?

Die Auszeichnung hat uns sehr berührt und stolz gemacht. Oft engagieren sich Angehörige und Ehrenamtliche über viele Jahre mit viel Herzblut, ohne große Aufmerksamkeit dafür zu bekommen. Deshalb war diese Anerkennung etwas ganz Besonderes für unsere Gruppe. Das Preisgeld konnten wir unter anderem für unsere Familientreffen verwenden. Diese Treffen sind für viele Familien ein geschützter Raum, in dem Austausch, Verständnis und gegenseitige Unterstützung möglich werden. Dort können Erfahrungen geteilt, Kontakte geknüpft und Sorgen offen angesprochen werden. Besonders wertvoll war dabei auch der Austausch rund um das Thema unterstützende Kommunikation, bei dem sich viele Familien hilfreiche Tipps und praktische Unterstützung holen konnten.

Gleichzeitig sind diese gemeinsamen Tage auch eine Möglichkeit, dem oft sehr herausfordernden Alltag ein wenig zu entfliehen, zusammen schöne Momente zu erleben und Kraft zu tanken. Gerade das Lernen voneinander und das Gefühl, nicht alleine zu sein, machen unsere Selbsthilfegruppe so besonders.

Frage 3:

In der Laudatio wurde betont, wie aktiv und kreativ Sie Betroffene, zum Teil auch über soziale Medien, Gruppentreffen und Veranstaltungen erreichen.

Was ist Ihnen in der Selbsthilfe besonders wichtig und wie hat sich die Arbeit Ihrer Gruppe über die Jahre verändert?

Besonders wichtig ist uns ein wertschätzender und offener Austausch. Viele Familien kommen zunächst mit Sorgen, Unsicherheit oder Fragen zu uns. Zu erleben, wie daraus Kontakte, Freundschaften und gegenseitige Unterstützung entstehen, ist etwas sehr Schönes.

Die Selbsthilfe hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Früher lief vieles über Telefonate oder persönliche Treffen, heute spielen soziale Medien und digitale Gruppen eine große Rolle. Dadurch können Familien schneller erreicht und Informationen einfacher weitergegeben werden. Trotzdem bleibt das persönliche Miteinander unersetzlich. Ein gemeinsames Treffen bei Kaffee und Kuchen kann manchmal mehr bewirken als hundert Nachrichten im Internet — ganz nach dem alten Motto: Gemeinsam trägt sich manches leichter.

Rett Veranstaltungsbild

Für uns bleibt das persönliche Miteinander das Herzstück der Selbsthilfe.

Rett Deutschland e.V. aus der Regionalgruppe Mosel-Saar-Pfalz