Vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September 2026 legen die Ersatzkassen in Berlin – TK, BARMER, DAK-Gesundheit, KKH, hkk und HEK – gemeinsam mit der vdek-Landesvertretung Berlin/Brandenburg ihre gesundheitspolitischen Forderungen für die kommende Legislaturperiode vor. Unter dem Titel „Bausteine für eine zukunftsfeste Gesundheits- und Pflegeversorgung in Berlin“ zeigen sie auf, welche Weichen die künftige Landesregierung stellen muss, damit die Versorgung auch künftig qualitativ hochwertig, bedarfsgerecht und finanzierbar bleibt.
„Berlin steht in der Gesundheits- und Pflegepolitik vor wichtigen Weichenstellungen. Überfällige Reformen müssen jetzt entschlossen angegangen und vor Ort umgesetzt werden. Dafür brauchen wir eine Versorgung, die sich stärker am tatsächlichen Bedarf orientiert, besser vernetzt ist und vorhandene Ressourcen effizient einsetzt“, sagt Rebecca Zeljar, Leiterin der vdek-Landesvertretung Berlin/Brandenburg. „Das Land muss dabei Verantwortung übernehmen und gemeinsam mit allen Beteiligten verlässliche Rahmenbedingungen schaffen.“
Versorgung bedarfsgerecht steuern und besser vernetzen
Die Ersatzkassen sehen insbesondere bei der Krankenhausversorgung, der ambulanten Versorgung und der Pflege Handlungsbedarf. Sie fordern unter anderem ein klares Zielbild für eine zukunftsfeste Berliner Krankenhauslandschaft und eine stärkere sektorenübergreifende Versorgungsplanung. Ein verbindliches Primärversorgungssystem mit digitaler Ersteinschätzung, elektronischer Überweisung und zentraler Terminvergabe soll Patientinnen und Patienten gezielter durch das Versorgungssystem führen. Notfallversorgung und Rettungsdienst sind stärker in die sektorenübergreifende Zusammenarbeit mit ambulanter Versorgung, Krankenhäusern und Pflege einzubinden.
Pflege bezahlbar gestalten, Prävention und Digitalisierung stärken
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Pflege. Steigende Eigenanteile belasten Pflegebedürftige und ihre Angehörigen zunehmend. Die Ersatzkassen fordern deshalb unter anderem, dass das Land Berlin die Investitionskosten für Pflegeeinrichtungen vollständig übernimmt und sich für eine nachhaltige Begrenzung der Eigenanteile einsetzt. Zugleich müssen Prävention und Gesundheitsförderung stärker in den Lebenswelten der Menschen verankert und digitale Versorgungsangebote konsequent ausgebaut werden.
Die Weichen für Reformen im Gesundheitswesen werden maßgeblich auf Bundesebene gestellt. Ob daraus spürbare Verbesserungen für die Versorgung entstehen, hängt jedoch wesentlich von der Umsetzung vor Ort ab. Aus Sicht der Ersatzkassen sollte Berlin daher die erforderlichen Rahmenbedingungen schaffen und die sektorenübergreifende Zusammenarbeit der Akteure im Gesundheitswesen gezielt fördern.
„Rund 1,9 Millionen Berlinerinnen und Berliner sind bei einer Ersatzkasse versichert. Damit sind die Ersatzkassen der größte Kassenverbund innerhalb der Berliner gesetzlichen Krankenversicherung und tragen eine besondere Verantwortung für die Weiterentwicklung der Versorgung“, betont Zeljar. „Unsere Positionen sind deshalb nicht nur Forderungen zur Wahl. Sie sind ein Angebot an die künftige Landesregierung, gemeinsam konkrete Verbesserungen für die Menschen in Berlin auf den Weg zu bringen.“
Impulse für die neue Legislaturperiode
Die gesundheitspolitischen Positionen werden den Abgeordneten des Berliner Abgeordnetenhauses zur Verfügung gestellt. Zugleich sollen sie der künftigen Landesregierung konkrete Impulse für die Gestaltung der Gesundheits- und Pflegepolitik in der neuen Legislaturperiode geben. Die Ersatzkassen stehen bereit, die anstehenden Reformen mit ihrer Erfahrung und Expertise konstruktiv zu begleiten und gemeinsam mit Politik und weiteren Akteuren die Versorgung in Berlin zukunftsfest weiterzuentwickeln.
Die vollständigen „Bausteine für eine zukunftsfeste Gesundheits- und Pflegeversorgung in Berlin“ finden Sie hier.
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Volker Berg
Referent Politik und Kommunikation
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