vdek-NetzwerkTalk 2026

Pflege am Wendepunkt: Wie gelingt gute Versorgung auch morgen?

Wie gelingt gute Pflege auch morgen – zu Hause, ambulant oder in einer Pflegeeinrichtung? Beim vdek-NetzwerkTalk 2026 in der Hörsaalruine der Charité diskutierten rund 60 Gäste aus Politik, Selbstverwaltung, Wissenschaft, Verbänden und Versorgung darüber, wie Pflege in ihrer ganzen Breite zukunftsfest gestaltet werden kann.

Die Veranstaltung fand zu einem besonders aktuellen Zeitpunkt statt: Zwei Tage später beginnt im Deutschen Bundestag die parlamentarische Beratung des Pflegeneuordnungsgesetzes (PNOG). Zugleich hat die neue Pflegestrukturkommission der Bundesregierung erst wenige Tage zuvor ihre Arbeit aufgenommen.

Pflege braucht mehr als kurzfristige Stabilisierung

„Die Pflege braucht mehr als kurzfristige finanzielle Stabilisierung. Wir müssen die Pflegeversicherung nachhaltig aufstellen, Pflegebedürftige vor immer höheren Belastungen schützen und gleichzeitig die Versorgung vor Ort sichern“, sagte Rebecca Zeljar, Leiterin der vdek-Landesvertretung Berlin/Brandenburg.
Nach ihrer Begrüßung richtete Prof. Dr. Sinja H. Meyer-Rötz, Pflegebeauftragte des Landes Berlin, in ihrem Grußwort den Blick auf die Situation von Pflegebedürftigen und ihren An- und Zugehörigen.

Den wissenschaftlichen Impuls setzte Prof. Dr. Heinz Rothgang von der Universität Bremen. In seiner Keynote analysierte er zunächst das Pflegeneuordnungsgesetz und dessen Auswirkungen auf die Pflege. Anschließend ging er der Frage nach, welche zentralen Herausforderungen damit noch nicht gelöst sind und welche weiteren Reformschritte notwendig sind.

Finanzierung, Personal und Versorgung vor Ort

In der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Prof. Dr. Heinz Rothgang, Andreas Becker von der Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Staatssekretär Dr. Johannes Wagner aus dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Brandenburg, Prof. Dr. Sinja H. Meyer-Rötz und Volker Röttsches, Leiter der Landesvertretung der DAK-Gesundheit in Berlin über die Zukunft der pflegerischen Versorgung.

Im Fokus standen die Finanzierung der Pflegeversicherung, die Belastung Pflegebedürftiger, die Sicherung des notwendigen Personals sowie gute Versorgungsstrukturen in unterschiedlichen Lebenssituationen. Diskutiert wurde auch, wie Bund, Länder, Kommunen, Pflegekassen und Leistungserbringer gemeinsam Verantwortung übernehmen können.

Prävention hört mit Pflegebedürftigkeit nicht auf

Auch Prävention und Gesundheitsförderung waren Thema des NetzwerkTalks. Konkrete Ansätze zeigen unter anderem Projekte der vdek-Landesvertretung Berlin/Brandenburg, die im Auftrag der Ersatzkassen gemeinsam mit dem Qualitätsverbund Netzwerk im Alter – Pankow (QVNIA e. V.) umgesetzt werden.
Kompetenz-GLP 2.0 zielt darauf, Prävention und Gesundheitsförderung dauerhaft im Pflegealltag zu verankern. KliBe verbindet Gesundheitsförderung mit Klimaanpassung und nimmt insbesondere die Auswirkungen zunehmender Hitze auf ältere Menschen in den Blick.

„Prävention muss selbstverständlicher Teil einer zukunftsfähigen Pflege sein. Sie kann dazu beitragen, Selbstständigkeit und Lebensqualität zu erhalten – auch dann, wenn Menschen bereits auf Pflege angewiesen sind. Entscheidend ist, erfolgreiche Ansätze dauerhaft in der Versorgungspraxis zu verankern“, sagte Volker Röttsches.

Gute Pflege muss bei den Menschen ankommen

„Entscheidend ist, dass Reformen am Ende bei den Menschen ankommen. Pflegebedürftige und ihre Angehörigen müssen sich darauf verlassen können, auch künftig eine qualitativ hochwertige und bezahlbare Versorgung zu erhalten. Dafür braucht es nachhaltige Entscheidungen und eine klare Verantwortung aller Beteiligten“, so Zeljar.

Der vdek-NetzwerkTalk dient dem regelmäßigen Austausch über aktuelle gesundheitspolitische und versorgungsrelevante Fragen in Berlin und Brandenburg.