Pflegereform

Ältere Frau mit Gehhilfe

Die Pläne von Bundesgesundheitsminister Spahn, mit einer Pflegereform 2021 gegen zu steuern, sind grundsätzlich zu begrüßen, jedoch nicht weitreichend genug, um Pflegeheimbewohner spürbar zu entlasten. Ausweislich der Homepage des Ministeriums sind drei Schwerpunkte vorgesehen, unter anderem soll der von den Versicherten zu zahlende Eigenanteil für die Pflege im Heim soll gedeckelt werden, für die Pflege zu Hause soll es höhere Leistungsbeträge sowie ein neues Entlastungsbudget geben. Weiterhin sollen die Pflegekräfte nach Tarif entlohnt werden und mehr Verantwortung in der Versorgung übernehmen können. Ein im Spätherbst letzten Jahres veröffentlichtes Eckpunktepapier umfasst weitere Details.

Für Pflegebedürftige wird die Betreuung im Heim immer teurer

Die Zuzahlungen für Pflegeheimbewohner steigen seit Jahren stetig an. In vielen Fällen droht finanzielle Überforderung der Betroffenen und ihrer Familien. Pflegeheimbewohner leisten Zuzahlungen für reine Pflege, für Unterkunft und Verpflegung sowie für die Investitionskosten.

Zur Entlastung der Pflegebedürftigen ist vorgesehen, dass die Bundesländer monatlich 100 Euro der Investitionskosten übernehmen. Außerdem sollen die rein pflegerischen Kosten, der sogenannte „einrichtungseinheitliche Eigenanteil“ (EEE), in der stationären Versorgung zeitlich gestaffelt begrenzt werden. Der pflegebedingte Eigenanteil bildet vor allem die Aufwendungen ab, die für die Pflege der Bewohner entstehen.

Die Höhe der pflegebedingten Aufwendungen ist wesentlich von den Personalkosten abhängig. Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz von 2019 erleichterte Tarifabschlüsse und bringt den Beschäftigten in der Pflege höhere Löhne ein. Die Folge dieser zurecht anerkannten tariflich gebundenen Bezahlung des Pflegepersonals sowie auch der besseren personellen Ausstattung der Pflegeeinrichtungen, sind steigende Eigenanteile.

Pressemitteilung "Zuzahlungen in Berliner Pflegeheimen steigen"

Pressemitteilungen "Zuzahlungen in Brandenburger Pflegeheimen steigen"

Eckpunkte zur Finanzierung der sozialen Pflegeversicherung

Eckpunktepapier der sozialen Pflegeversicherung

Beschlossen von der vdek-Mitgliederversammlung am 4.12.2020

Eckpunktepapier BMG

Eckpunktepapier des Bundesgesundheitsministerium für Gesundheit

Pflegeversicherung neu denken: Eckpunkte der Pflegereform 2021

Durchschnittlicher Eigenanteil der Bewohner von Heimen nach Bundesländern

Derzeit müssen stationär versorgte Pflegebedürftige im Bundesdurchschnitt monatlich 2.068 Euro aus eigener Tasche leisten. Die Kosten stiegen in den vergangenen Jahren rasant: Allein von 2018 bis 2021 nahm die finanzielle Belastung eines Pflegebedürftigen um 296 Euro monatlich zu. Dies geht aus Daten des Verbands der Ersatzkassen mit Stand vom 1. Januar 2021 hervor.

Finanzielle Belastung eines Pflegebedürftigen in der stationären Pflege_Bundesgebiet

Finanzielle Belastung (Eigenanteil) eines Pflegebedürftigen in der stationären Pflege nach Bundesländern

Darstellung zeigt die finanzielle Belastung (Eigenanteil) der Pflegebedürftigen in der stationären Pflege, Stand: 1. Januar 2021

Berlin

In Berlin müssen Betroffene im Schnitt 2.047 Euro pro Monat aus eigener Tasche für die reine Pflege, Investitionskosten sowie Unterkunft und Verpflegung zuzahlen. Damit liegt Berlin im Bundesvergleich knapp unter dem Bundesdurchschnitt von 2.068 Euro (Stand 1.1.2021).

Steigerung Eigenanteile Berlin Pflege

Brandenburg

In Brandenburg liegt der Eigenanteil im Schnitt bei 1.729 Euro pro Monat, der für Pflege, Investitionskosten sowie Unterkunft und Verpflegung aufgebracht werden muss. Damit liegt Brandenburg deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 2.068 Euro (Stand 1.1.2021).

Steigerung Eigenanteil in der Pflege Brandenburg