Wichtiger Baustein für die ambulante Versorgung

Potenziale für teamorientierte Versorgung mit Physician Assistants stärker nutzen

Physician Assistants (PAs) können einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der ambulanten Versorgung leisten. Darauf weist der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) in Nordrhein-Westfalen hin. Grundlage ist ein gemeinsames Positionspapier mit der Deutschen Gesellschaft für Physician Assistants, das die Potenziale dieser Berufsgruppe für eine stärker arbeitsteilige und teamorientierte Versorgung aufzeigt.
Die Herausforderungen in der ambulanten Versorgung wachsen kontinuierlich. Demografische Entwicklungen, ein steigender Versorgungsbedarf sowie veränderte Arbeitsrealitäten in den Arztpraxen erfordern neue Ansätze. Dabei gewinnt insbesondere die Zusammenarbeit in interprofessionellen Teams an Bedeutung. Auch die ärztliche Selbstverwaltung unterstreicht, dass eine zukunftsfähige Versorgung zunehmend im Team organisiert werden muss.
Physician Assistants sind akademisch qualifizierte Gesundheitsfachkräfte, die im Rahmen der Delegation ärztliche Tätigkeiten übernehmen. Sie unterstützen Ärztinnen und Ärzte bei diagnostischen und therapeutischen Aufgaben und tragen dazu bei, Versorgungsabläufe effizienter zu gestalten und mehr Zeit für komplexe medizinische Entscheidungen zu schaffen.

Modelprojekte zeigen: PAs unterstützen sinnvoll

„Die bisherigen Erfahrungen zeigen deutlich, dass Physician Assistants die ambulante Versorgung sinnvoll ergänzen können und Ärztinnen und Ärzte spürbar entlasten. Entscheidend ist jetzt, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit ihr Einsatz strukturiert weiterentwickelt und in der Breite der Versorgung verankert werden kann“, erklärt Dirk Ruiss, Leiter der vdek-Landesvertretung Nordrhein-Westfalen.
Erste praktische Erfahrungen aus Modellprojekten zeigen, dass Physician Assistants insbesondere in der Versorgung chronisch erkrankter Patientinnen und Patienten sowie bei standardisierten Behandlungsabläufen sinnvoll eingesetzt werden können. Diese Ansätze verdeutlichen das Potenzial multiprofessioneller Teams für eine bedarfsgerechte Patientenversorgung.
So werden entsprechende Versorgungsmodelle auch in Nordrhein-Westfalen erprobt, etwa im Rahmen des Projekts „Regionale Gesundheitspartner“ gefördert durch den vdek. Dort werden Physician Assistants gezielt in die Versorgung eingebunden und unterstützen unter anderem bei der Betreuung chronisch erkrankter Patientinnen und Patienten sowie in der Akutversorgung.
Verschiedene weitere Initiativen und Modellprojekte, auch im Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, zielen darauf ab, den Einsatz von Physician Assistants in der ambulanten Versorgung systematisch zu erproben und weiterzuentwickeln. Ziel ist es, belastbare Erkenntnisse über Einsatzmöglichkeiten, Versorgungsqualität und organisatorische Rahmenbedingungen zu gewinnen.

Erfahrungen und Ansätze zusammenführen und weiterentwickeln

Klar ist schon jetzt: Damit Physician Assistants ihr Potenzial entfalten können, müssen die strukturellen Voraussetzungen stimmen. Dazu gehören insbesondere eine leistungsgerechte Vergütung, rechtliche Klarheit bei der Delegation sowie verlässliche Qualifikations- und Qualitätsstandards.
Auch auf gesundheitspolitischer Ebene wird die Rolle von Physician Assistants zunehmend aufgegriffen. Im „Eckpunktepapier für das Gelingen eines Primärversorgungssystems“ des Gesundheitsministeriums in NRW wird betont, dass eine stärkere Delegation ärztlicher Leistungen und der gezielte Einsatz qualifizierter Fachkräfte einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der ambulanten Versorgung leisten können.
Aus Sicht der Ersatzkassen kommt es nun darauf an, die vorliegenden Erfahrungen und konzeptionellen Ansätze zeitnah zusammenzuführen und für die Weiterentwicklung der Versorgung nutzbar zu machen. Physician Assistants können dabei ein wichtiger Baustein für die anstehende Weiterentwicklung der Primärversorgung sein.

Kontakt

Christian Breidenbach
Pressesprecher
Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek)
Landesvertretung Nordrhein-Westfalen

Tel.: 02 11 / 3 84 10 - 15
E-Mail: christian.breidenbach@vdek.com