Soziale Pflegeversicherung

Pflegerin kämmt einer Pflegebedürftigen die Haare

30 Jahre soziale Pflegeversicherung

Die Einführung der sozialen Pflegeversicherung mit dem Pflegeversicherungsgesetz im Jahr 1995 markierte einen Meilenstein in der deutschen Gesundheits- und Sozialpolitik. Als fünfte Säule der Sozialversicherung (SGB XI) wurde sie geschaffen, um eine Lücke in der sozialen Absicherung zu schließen und den wachsenden Herausforderungen einer alternden Gesellschaft zu begegnen. Ziel war es, Pflegebedürftige und ihre Angehörigen vor den finanziellen Risiken der Pflegebedürftigkeit zu schützen und gleichzeitig eine flächendeckende Versorgung sicherzustellen.

Aktuelle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven

In den vergangenen 30 Jahren hat sich die soziale Pflegeversicherung als unverzichtbarer Pfeiler unseres Sozialstaats etabliert. Gleichzeitig stehen wir vor enormen Herausforderungen: Der demografische Wandel, steigende Pflegekosten und der Fachkräftemangel belasten das System zunehmend und erfordern zeitnahe Lösungen.

Es ist höchste Zeit, zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln und die soziale Pflegeversicherung nachhaltig zu reformieren. Wir brauchen eine faire Finanzierung sowie innovative Konzepte, um die Qualität der Versorgung langfristig zu sichern. Nur so können wir das System zukunftsfähig gestalten. Die Bereitstellung eines erneuten Darlehens für die soziale Pflegeversicherung verhindert zwar kurzfristig steigende Beiträge, löst aber die strukturellen Finanzierungsprobleme nicht. Langfristig braucht das System eine stabile und tragfähige Grundlage, statt immer neuer Überbrückungskredite. Hierfür ist eine mutige und nachhaltige Reform notwendig.

Thomas Hackenberg, Leiter der vdek-Landesvertretung Bayern

Ergebnisse der Bund-Länder-AG „Zukunftspakt Pflege“

Am 11.12.2025 hat das Bundesministerium für Gesundheit die Ergebnisse der Bund-Länder-AG „Zukunftspakt Pflege“ für eine Reform der Pflegeversicherung bekanntgegeben.

Die von der Bundesregierung eingesetzte Bund-Länder-AG „Zukunftspakt Pflege“ benennt in ihrem Ergebnispapier zwar die Probleme, gibt aber keine klaren Antworten auf die wichtigen Finanzierungsfragen der Zukunft. Die Pflege ist ein Lebensrisiko, das weiterhin im Kern solidarisch abgesichert werden muss. Dazu braucht es eine faire Finanzierung. Folgende sechs Punkte sind dabei aus Sicht des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek) unverzichtbar:

  • Beteiligung der privaten Pflegeversicherung am Finanzausgleich der sozialen Pflegeversicherung
  • Finanzierung versicherungsfremder Aufgaben aus Steuermitteln
  • Überprüfung des Begutachtungsinstruments und der Pflegegrade
  • Entlastung der Pflegebedürftigen von Eigenanteilen
  • Stärkung der häuslichen Pflege und der pflegenden An- und Zugehörigen
  • Fokus auf Prävention

Die Ersatzkassen stehen für eine solidarisch und zukunftssicher finanzierte Pflegeversicherung ein, die das Risiko der Pflegebedürftigkeit generationenübergreifend sozial absichert. Die Bundesregierung ist gefordert, die Pflege auf zukunftssicheren Grund zu stellen.

Positionen der Ersatzkassen in Bayern

Welchen Beitrag leisten die Ersatzkassen in Bayern für die Prävention in der Pflege?

Welche Rolle spielen digitale Innovationen in der Pflege?

Position der TK Bayern
Zitat von Christian Bredl, Leiter der TK-Landesvertretung Bayern: Digitale Innovationen können Pflegebedürftige unterstützen, Pflegende entlasten, die Qualität der Pflege verbessern und pflegerische Berufe attraktiv machen. Die Chancen der Digitalisierung sollten wir daher aktiv nutzen.

Wie kann die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf gefördert werden?

Welche Rolle spielen präventive und gesundheitsfördernde Maßnahmen in der Pflege?

Welche Beratungs- und Unterstützungsangebote stehen pflegenden Angehörigen zur Verfügung?

Position der KKH
Zitat von Hans Ehrenreich, Leiter KKH-Vertragsmanagement Süd: Pflegende personen stehen vor der Herausforderung, den privaten und beruflichen Alltag mit der Betreuung ihres pflegebedürftigen Angehörigen in Einklang zu bringen. Die KKH bietet deshalb die Möglichkeit, sich mit Online-Seminaren und Podcasts bedarfsgerecht über wichtige Pflegethemen zu informieren. Außerdem braucht es Auszeiten: Bei einer Präventionsreise können unsere Versicherten neue Kraft schöpfen.