Das MRE-Projekt Hessen ist ein landesweites Verfahren der Landesarbeitsgemeinschaft Qualitätssicherung Hessen (LAGQH). Es wurde 2016 durch die Landesverbände der Krankenkassen, die Hessische Krankenhausgesellschaft sowie das damals für Gesundheit zuständige Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) unter dem Namen „Analyse der MRE-Prävalenz sowie Maßnahmen zur Reduktion nosokomialer Infektionen durch MRE in hessischen Krankenhäusern“ ins Leben gerufen wurde.
Ziel war und ist es, die Häufigkeit von Erregern wie MRSA (Methicillin-resistente Staphylococcus aureus) und multiresistenten gramnegativen Bakterien (4MRGN) zu überwachen und geeignete Maßnahmen zur Infektionsprävention zu entwickeln.
Im Projekt werden in allen hessischen Krankenhäusern mit Ausnahme von spezialisierten psychiatrischen und/oder psychosomatischen Klinikstandorten kontinuierlich Daten zu den wichtigsten multiresistenten Keimen erfasst. Seit 2018 umfasst das Projekt neben MRSA auch multiresistente gramnegative Erreger. 2025 wurde das Spektrum der 4MRGN Keime um einen dritten Keim – den multiresistenten Escherichia coli – erweitert, um den steigenden Herausforderungen durch derartige Erreger gerecht zu werden.
Neben der Erhebung der Häufigkeit (Inzidenz) von MRE-Fällen werden auch Prozesskennzahlen zu den Themenbereichen „Dekolonisierung“ bei MRSA (d.h. der Behandlung), Isolierung und Informationsweitergabe nach Entlassung analysiert. Diese Daten helfen dabei, die Qualität von Behandlung und Hygienemaßnahmen in den Kliniken zu monitoren.
Bisherige Erfolge
Die Durchführung des Projektes hat gezeigt, dass Maßnahmen der Qualitätssicherung in diesem Bereich einen wertvollen Beitrag zur Identifikation von Mängeln in der Struktur- und/oder Prozessqualität in den hessischen Kliniken leisten und erfolgreich zur Optimierung dieser Bereiche beitragen können. Die bisherigen Ergebnisse belegen, dass die hessischen Krankenhäuser in der Regel über gut etablierte Hygienemanagements verfügen. Vereinzelt gib es jedoch auch Einschränkungen. Daher werden neben der Erfassung und Auswertung sowie der Ableitung von Maßnahmen auch strukturierte Dialoge und kollegiale Gespräche geführt, um schnell klinikindividuelle Empfehlungen zur Verbesserung zu geben.
Die Qualität der erhobenen Daten wird ebenfalls laufend überprüft, um die Validität der Ergebnisse zu sichern.
2023 wurde eine umfassende Strukturerhebung und -auswertung durchgeführt, die den aktuellen Stand der Hygienemaßnahmen und des Antibiotikamanagements in den meisten hessischen Kliniken aufzeigt. Diese Erhebung dient als Grundlage für die kontinuierliche Verbesserung des Hygienemanagements und zur Anpassung an die neuen Herausforderungen durch multiresistente Erreger.