Netzwerk Organspende NRW e.V. fordert die Widerspruchslösung

Organspendezahlen 2022 auf Tiefstand

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) hat gestern über einen weiteren Rückgang der Organspendezahlen berichtet. In NRW gab es im letzten Jahr nur 169 Organspender. Im Jahr 2021 waren es noch 206. Insgesamt wurden in unserem Bundesland 492 Organe gespendet (2021 = 601) – auf eine lebensrettende Transplantation warten alleine in NRW rund 2.000 Menschen.
„Dieser erneute Rückgang ist eine Katastrophe für die Wartepatientinnen und -patienten und ihre Angehörigen“, so der Vorsitzende des Netzwerkes Organspende NRW e. V. Stefan Palmowski. „Wir unterstützen deshalb ausdrücklich die Idee von Gesundheitsminister Lauterbach, das Transplantationsgesetz zu ändern und die Widerspruchslösung einzuführen.“

Nach Ermittlung der DSO war bei der Hälfte der möglichen Organspenden, die nicht realisiert werden konnten, eine fehlende Einwilligung der Grund. Dabei ist auffällig, dass diese Ablehnung in weniger als einem Viertel der Fälle auf einem bekannten schriftlichen oder mündlichen Willen der Verstorbenen basierte. Die Ablehnung einer Organspende erfolgte in 42 Prozent aufgrund des vermuteten Willens eines Verstorbenen. In 35 Prozent war den Angehörigen der Wunsch des Verstorbenen nicht bekannt.

„Wir müssen realisieren, dass es trotz aller Informationsveranstaltungen, gesellschaftlichen Diskussionen und regelmäßigen Anschreiben der gesetzlichen Krankenkassen an ihre Versicherten zu keiner Steigerung von Organspenden gekommen ist. Viele Menschen tragen keinen Organspende-Ausweis bei sich und hoffen darauf, dass die Regelung umgesetzt wird, die die Gesellschaft mehrheitlich für richtig hält.“ So Stefan Palmowski. Nach einer Untersuchung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sind 82 Prozent der Bevölkerung positiv zur Organspende eingestellt. Nur 39 Prozent haben einen Organspendeausweis.

Das Netzwerk Organspende NRW e. V. ist ein Zusammenschluss aller Selbsthilfeorganisationen in NRW zum Thema Organspende und Transplantation. Sie fordern bereits seit Jahren die Einführung der Widerspruchslösung.

Pressemitteilung zum Download (17.01.2023) Sinkende Spenderzahlen in 2022

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Pressesprecher
Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek)
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E-Mail: christian.breidenbach@vdek.com

und

Bärbel Brünger
Stellvertretende Pressesprecherin
Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek)
Landesvertretung Nordrhein-Westfalen

Tel.: 02 31 / 9 17 71 - 20
Mobil: 01 73 / 73 83 758
E-Mail: baerbel.bruenger@vdek.com