Die Anzahl wohnungsloser Menschen steigt – entsprechend ebenso die Anzahl pflegebedürftiger wohnungsloser Menschen. Spezielle gesundheitsfördernde und präventive Angebote, die sich an diese Zielgruppe mit besonders hohen gesundheitlichen Einschränkungen richten, existieren bislang nicht. Ein neues Projekt soll dies nun ändern.
Unter dem Titel „Ankommen. Sicher und Gesund!“ ist Anfang Januar 2026 das innovative, ersatzkassengemeinsame Projekt zur Gesundheitsförderung und Prävention für wohnungslose Pflegebedürftige gemäß dem GKV-Leitfaden zur Gesundheitsförderung und Prävention nach § 5 SGB XI gestartet.
Das Projekt richtet sich an wohnungslose Menschen in zwei Pflegewohnheimen im Kreis Borken – Haus Maria Veen in Reken und St. Antoniusheim in Vreden. Träger dieser Einrichtungen ist der Verein für Katholische Arbeiterkolonien in Westfalen (VfkA), der sich bereits seit 1888 der Tradition der Hilfe und Unterstützung für Menschen ohne Wohnung verpflichtet.
Ziel des Projektes ist es, niederschwellige Gesundheits- und Präventionsangebote zu entwickeln, die wohnungslosen Pflegebedürftigen helfen, körperlich und psychisch gesünder zu werden – und anzukommen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der psychischen Gesundheit der Bewohnenden, der Bewegungsförderung sowie der Sucht- und Gewaltprävention. Die Gesundheit der Teilnehmenden wird durch tiergestützte, naturnahe und kreative Aktivitäten gefördert, wie etwa das Anlegen von Sinnesgärten oder praxisnahe Angebote in Kreativwerkstätten und in der freien Natur.
Kernziele des Projektes sind die Stärkung von Resilienz, die Verbesserung des Selbstbildes, die Vermittlung von Coping-Strategien zu Psyche, Sucht und Gewalt sowie die Reflexion gesundheitsfördernder Verhaltensweisen durch niedrigschwellige, partizipative Gruppenangebote, in denen Praxis- und Gesundheitswissen zur Stärkung von Gesundheitskompetenzen vermittelt wird. Das Projekt erforscht zudem, welche Angebote besonders geeignet sind, um gesundheitsfördernde und präventive Wirkungen für wohnungslose Pflegebedürftige zu erzielen. Ziel ist es, Gelingens- und Hemmnisfaktoren für eben diese Angebote zu erarbeiten und das Wissen dazu nachhaltig weiteren Interessierten zur Verfügung zu stellen.
Auch die Fachkräfte in den beteiligten Pflegewohnheimen und Interessierte in der unmittelbaren Umgebung werden aktiv in das Projekt einbezogen. So soll durch die Einbindung von Kitas und Bürgerinitiativen auf das gesellschaftlich zunehmend relevantere Thema Wohnungslosigkeit und auf die Bedarfe wohnungsloser Pflegebedürftiger aufmerksam gemacht werden. Im Sinne der Verhältnisprävention können so noch mehr Menschen von dem Angebot profitieren und als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren des erarbeiteten Wissens wirken. Hierzu entwickelt der VfkA gemeinsam mit allen Projektpartnern geeignete und themenspezifische Handlungsleitfäden sowie ein Multiplikationskonzept, um das Wissen aus dem Projekt zu sichern und gezielt weiterzugeben. Wissenschaftlich begleitet und evaluiert wird das dreijährige Projekt von Prof. Dr. Matthias Mertin vom Lehrstuhl für Pflegewissenschaft der Hochschule Niederrhein.
„Wohnungslose Pflegebedürftige haben besondere Bedarfe, für die es bislang kaum passende Versorgungsstrukturen gibt. Bestehende Angebote können diese Zielgruppe oft nicht angemessen aufnehmen – nicht, weil der Wille fehlt, sondern weil spezifische Konzepte bislang fehlen. Genau hier setzt ‚Ankommen. Sicher und Gesund!' an: Der Verein für Katholische Arbeiterkolonien in Westfalen und die Ersatzkassen in NRW entwickeln gemeinsam mit der Zielgruppe partizipative und niedrigschwellige Angebote, die zeigen, dass bedarfsgerechte Gesundheitsförderung und Pflege für alle Menschen möglich sein kann", erklärt Dirk Ruiss, Leiter der vdek-Landesvertretung in NRW.
„Als langjähriger Träger im Bereich der Wohnungslosenhilfe und der stationären Pflege von wohnungslosen Menschen freuen wir uns für unsere Bewohnenden über die Möglichkeiten, die das Projekt bietet. Es ist eine gute Chance, die Gesundheitsförderung sowohl bei ihnen als auch bei den Mitarbeitenden noch stärker in den Fokus zu rücken, vorhandene Potentiale aller Beteiligten und unserer Standorte wieder wahrzunehmen, zu nutzen und auszubauen und neue Möglichkeiten zum Wohle der Menschen, die sich uns anvertrauen sowohl innerhalb unserer Einrichtungen als auch in den Sozialraum hinein zu schaffen.“ (Andreas Konze, Vorstand VfkA)
Pressekontakt:
Verein für Katholische Arbeiterkolonien in Westfalen (VfkA)
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