Prävention und Rehabilitation als Investition in die Zukunft

Am 8. März 2019 fand im Johannesbad Bad Füssing ein hochkarätig besetztes Gesprächsforum zum Thema „Prävention und Rehabilitation als Investition in die Zukunft“ statt. Hauptredner war Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der mit seinem Vortrag die Grundlage für eine lebhafte Podiumsdiskussion zu den wichtigsten Herausforderungen in den beiden genannten Versorgungsbereichen legte. Moderiert durch den bundesweit bekannten Wirtschafts- und Sozialforscher Professor Bert Rürup brachten die Podiumsteilnehmer ihre jeweils spezifische Sicht auf den Zustand und die Entwicklungsperspektiven der präventiven und der rehabilitativen Versorgungsangebote zum Ausdruck.

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Dr. Irmgard Stippler, Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern und Dr. Ralf Langejürgen, Leiter der vdek-Landesvertretung Bayern, diskutieren über die Zukunft von Prävention und Rehabilitation.

 

Die Podiumsteilnehmer in Bad Füssing waren sich einig, dass die Prävention nur als gesamtgesellschaftliche Aufgabe erfolgreich sein kann und dass es in den nächsten Jahren vor allem darauf ankommt, das erreichte Niveau weiter zu konsolidieren. Die mittlerweile auf rund 550 Millionen Euro pro Jahr angestiegenen GKV-Finanzmittel sollten weiterhin möglichst effizient für zielgruppenorientierte Angebote eingesetzt werden.

Eine hohe Bedeutung im Gesamt-Mix der Gesundheitsversorgung kommt der Rehabilitation zu. Nicht nur als hoch entwickelter Versorgungsbereich mit profunder medizinischer und pflegerischer Expertise, sondern vor allem als zentrales Scharnier an wichtigen Schnittstellen unseres Gesundheitswesens. Orientiert an Grundsätzen wie „Reha vor Pflege“ oder “Reha vor Rente“ greift die medizinische Rehabilitation vor allem dort, wo es uns um die Verbesserung beziehungsweise Förderung von Heilungsprozessen geht. Dauerhafte Erfolge auf diesem Feld sind nur möglich, wenn alle beteiligten Akteure - Stationäre und ambulante Reha, Krankenkassen sowie Rentenversicherungsträger - an einem Strang ziehen und sich gemeinsam gegenüber der Politik für tragfähige Rahmenbedingungen einsetzen.

Angesichts knapper werdender Mittel wird es in Zukunft noch mehr darauf ankommen, die fast 9 Milliarden Euro, die aktuell jährlich in die Rehabilitation fließen, so effizient wie möglich zum Wohle der Versicherten einzusetzen. Dabei sind Grundsätze der Wirtschaftlichkeit genauso zu beachten, wie die wachsenden Anforderungen an die Qualitätssicherung und an die Bewältigung des medizinisch-technischen Fortschritts. Der Reha – so auch der Tenor anlässlich des Bad Füssinger Gesprächs 2019 – kommt bei der Bewältigung der großen demographischen Herausforderungen eine zentrale Rolle zu. Das Bewusstsein dafür zu stärken und ein gemeinsames Zielbild für die Zukunft dieses Versorgungsbereichs zu entwickeln, bleibt die permanente Herausforderung für alle Akteure, die für diesen Versorgungsbereich Verantwortung tragen.