Gemeinsames Ersatzkassenforum der vdek-Landesvertretungen Rheinland-Pfalz und Saarland:

Vorstandsvorsitzender Thomas Ballast begrüßt neues Bewertungssystem in der Pflege und fordert qualitätsorientierte Weiterentwicklung des Systems

Mainz, 07.07.2009 – "Eine rechtliche Grundlage zur Veröffentlichung der Ergebnisse von Qualitätsprüfungen bei Pflegeeinrichtungen war richtig und notwendig. Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass nur durch eine solche stärkere Verbindlichkeit das Ziel erreicht werden kann, mehr Transparenz in das Leistungsgeschehen in der Pflege hineinzubringen", betonte Thomas Ballast, Vorstandsvorsitzender des vdek, heute in Mainz anlässlich des gemeinsamen Ersatzkassenforums der vdek-Landesvertretungen Rheinland-Pfalz und Saarland zum Thema "Qualität und Transparenz in der Pflege". Damit sei ein erster wichtiger Schritt getan, Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen ein Instrument zur Verfügung zu stellen, Pflegeeinrichtungen nach Qualitätskriterien vergleichen zu können. Dieses Instrument müsse nun erprobt und weiterentwickelt werden.

Ab Spätsommer dieses Jahres kann sich jeder im Internet über die Ergebnisse der Qualitätsprüfungen von Pflegeeinrichtungen informieren. Grundlage dafür sind die Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung; daneben erfolgt eine Befragung der Heimbewohner. Dargestellt werden die Ergebnisse in komprimierter Form nach Schulnoten von "sehr gut" bis "mangelhaft".

Für die Ersatzkassen hat die verbraucherfreundliche Veröffentlichung der Transparenzberichte eine hohe Priorität. Die Berichte dienten als Informations- und Beratungsinstrument für die Pflegekassen, erklärte Ballast. Vor allem aber trügen sie zur Stärkung der Verbraucherrechte bei. "Mit ihrer einfachen, verständlichen Sprache und einer anschaulichen Darstellung leisten die Transparenzberichte einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Qualität in der Pflege. Pflegebedürftige und ihre Angehörigen haben nun erstmals die Möglichkeit, auf Basis einer gründlichen und unabhängigen Prüfung die Leistungen unterschiedlicher Pflegeeinrichtungen miteinander zu vergleichen." Damit werde eine wesentliche Entscheidungshilfe für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen geschaffen und gleichzeitig ein Wettbewerb um die bessere Qualität zwischen den Pflegeeinrichtungen ausgelöst.

Der Vorstandvorsitzende des vdek rief aber auch dazu auf, die aufgekommene Kritik an den Transparenzberichten ernst zu nehmen. "Noch haben wir den Goldstandard sicherlich nicht erreicht. Vielmehr muss die vereinbarte Bewertungssystematik als lernendes System begriffen werden." Die Transparenzberichte in heutiger Form seien, so Ballast, als Einstieg zur Verbesserung der Qualität in der Pflege durch mehr Information zu werten. Das nun gefundene Bewertungssystem müsse aber zukünftig laufend überprüft werden. Anpassungsbedarf sieht Ballast unter anderem in einer noch stärkeren Berücksichtigung der Ergebnis- und damit der Lebensqualität der Pflegebedürftigen im Notensystem. Für eine solche Weiterentwicklung seien aber valide, pflegewissenschaftliche Erkenntnisse zwingend erforderlich. Daher hätten sich die vom Gesetzgeber bestimmten Verhandlungspartner – der Spitzenverband Bund der Pflegekassen, die Vereinigungen der Träger der Pflegeinrichtungen auf Bundesebene, die Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozialhilfe und die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände - auch darauf verständigt, die Nutzung, die Akzeptanz und die Aussagekraft des Bewertungssystems auf der Grundlage pflegewissenschaftlicher Erkenntnisse zu evaluieren.

"Die Ersatzkassen sind bereit für mehr Transparenz und Qualität in der Pflege", bekräftigte Ballast abschließend. Um eine zeitnahe Veröffentlichung der Transparenzberichte im Spätsommer sicherzustellen, bereitet der vdek bereits heute ein gemeinsames Internetportal der Ersatzkassengemeinschaft vor.

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