Zu wenig gespendete Organe in Rheinland-Pfalz

DSO-Region Mitte und vdek rufen gemeinsam zur Organspende auf

Weiterhin mangelt es in Rheinland-Pfalz an Spenderorganen. Entgegen
dem bundesweiten leichten Anstieg der Organspendezahlen gehen diese
im Land zurück: Im ersten Halbjahr 2015 wurden nur noch 19 Personen
nach ihrem Tod zum Organspender, 2014 waren es in der ersten
Jahreshälfte noch 26 Rheinland-Pfälzer. Auch die Anzahl der
gespendeten Organe war im Zeitraum Januar bis Juni 2015 rückläufig:
Während 2014 noch 93 Organe entnommen und transplantiert werden
konnten, wurden in diesem Jahr nur noch 69 Organe gespendet.
 
„Diese Entwicklung ist besorgniserregend“, erklären die neue
Geschäftsführende Ärztin der Deutschen Stiftung Organtransplantation
(DSO), Region Mitte, PD Dr. Ana Paula Barreiros, und der Leiter der
Landesvertretung des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek) in
Rheinland-Pfalz, Martin Schneider. „Denn noch immer sterben in
Deutschland jährlich etwa 1.000 Patienten, denen mit einer
Organspende hätte geholfen werden können.“ In Rheinland-Pfalz warten
rund 500 Personen auf ein Spenderorgan. Deutschlandweit hoffen mehr
als 10.000 schwer kranke Menschen auf die Transplantation eines
Organs.
 
„Organspende braucht Sicherheit und Transparenz“, betont die
Geschäftsführende Ärztin der DSO. Deshalb widme sich die DSO mit
höchster Sorgfalt und größtem Verantwortungsbewusstsein ihrer
Aufgabe, ein geschenktes Organ in höchstmöglicher Qualität an den
entsprechenden Empfänger weiterzugeben. „Und dies tun wir“, so
Barreiros, „mit Würde und Wertschätzung gegenüber den Spendern und
ihren Angehörigen.“ Wünschenswert sei, dass sich noch mehr
Rheinland-Pfälzer mit dem Thema Organspende auseinandersetzten.

Auch die Ersatzkassen setzen sich für mehr Informationen zur
Organspende ein. „Die Entscheidung für oder gegen eine mögliche
Spende von Organen ist eine sehr persönliche“, ergänzt vdek-Leiter
Schneider. „Jeder sollte für sich klären, ob und in welcher Form er nach
seinem Tod zur Organspende bereit ist. Die Ersatzkassen nehmen ihren
Auftrag, über das Thema aufzuklären, sehr ernst und unterstützen ihre
Versicherten aktiv bei der Entscheidungsfindung.“ Der vdek hat dazu
einen Fragen-und Antwortkatalog veröffentlicht, der alle wichtigen
Fragen rund um das Thema Organspende beantwortet. Interessierte
können den Katalog kostenlos auf der Webseite des vdek unter
http://www.vdek.com herunterladen.
 
Zum Hintergrund: Seit drei Jahren gilt das Gesetz zur Regelung der
Entscheidungslösung. Demnach müssen die Krankenkassen alle
Versicherten ab 16 Jahren über die Organspende informieren und sie
regelmäßig auffordern, in einer persönlichen Erklärung anzugeben, ob
sie einer Organ- bzw. Gewebespende zustimmen, nicht zustimmen oder
sich nicht erklären möchten. Die Erklärung ist freiwillig und kann vom
Versicherten auf dem Organspendeausweis dokumentiert werden. Die
Entscheidung wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht
gespeichert und kann vom Versicherten jederzeit geändert werden.

Kontakt

Dr. Tanja Börner
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Rheinland-Pfalz
Wilhelm-Theodor-Römheld-Str. 22
55130 Mainz

Tel.: 0 61 31 / 9 82 55 - 15
Fax: 0 61 31 / 83 20 15

E-Mail: tanja.boerner@vdek.com

und

Sarah Dreis
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Landesvertretung Rheinland-Pfalz
Wilhelm-Theodor-Römheld-Straße 22
55130 Mainz

Tel.: 0 61 31 / 98 255 – 11
Fax: 0 61 31 / 83 20 15

E-Mail: sarah.dreis@vdek.com