Ersatzkassenforum zur Versorgung ohne Sektorengrenzen: vdek fordert gemeinsames aktives Versorgungsmanagement in Rheinland-Pfalz

Die stärkere Vernetzung der verschiedenen Versorgungssektoren und damit ein Mehr an interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen dem ambulanten, dem stationären und auch dem Pflegebereich ist seit Jahren und Jahrzehnten das erklärte Ziel nahezu aller Beteiligten im Gesundheitswesen. Dennoch ist bislang sehr wenig zur konkreten Umsetzung dieses Vorhabens passiert. „Dabei bietet gerade die Aufweichung der Sektorengrenzen wertvolle Chancen, den aktuellen Herausforderungen im Gesundheitswesen – steigende und differenziertere Bedarfe nach medizinischer und pflegerischer Versorgung einerseits und immer größere Schwierigkeiten, Fachpersonal für diesen Bereich zu gewinnen, andererseits – aktiv und zielgenau zu begegnen“, betont Martin Schneider, der Leiter der vdek-Landesvertretung Rheinland-Pfalz, anlässlich des diesjährigen Ersatzkassenforums.

Unter dem Titel „Versorgung ohne Sektorengrenzen – schon heute oder doch erst übermorgen?“ diskutierte der vdek heute in Mainz mit Experten vor 80 geladenen Gästen, wie die gesundheitliche und pflegerische Versorgung zukünftig sektorenübergreifender gestaltet werden kann. „Bisherige Bemühungen sind meistens an den unterschiedlichen Rahmenbedingungen, beispielsweise der unterschiedlichen Vergütungssystematik, zwischen den verschiedenen Versorgungssektoren gescheitert“, erklärt Prof. Dr. Andreas Beivers von der Hochschule Fresenius in München in seinem  Impulsvortrag. „Was wir brauchen, um wirklich etwas zu bewirken, ist eine schrittweise Angleichung dieser Rahmenbedingungen und eine gezielte Steuerung der Patienten, so, wie es gerade in der Notfallversorgung angedacht wird.“

vdek-Landeschef Schneider fordert eine Politik der kleinen Schritte, die aber konzertiert ablaufen müsse. „Der nun in Rheinland-Pfalz eingeschlagene Weg ist erst einmal richtig: An einzelnen Projekten, wie der Allgemeinmedizinischen Praxis am Campus in Mainz oder auch der mit dem neuen Krankenhausplan beabsichtigten Umwandlung von kleinen Krankenhäusern in Gesundheitszentren, wird mit wissenschaftlicher Begleitung ein Mehr an interdisziplinärer Zusammenarbeit erprobt. Die einzelnen Aktionen müssen dann aber zwingend zusammengeführt und aufeinander abgestimmt werden, auch um Doppelstrukturen zu vermeiden. Benötigt wird ein lernendes System als Bestandteil eines aktiven Versorgungsmanagements, in das alle Beteiligten eingebunden sind und bei dem alle bisherigen Strukturen und Prozesse auf den Prüfstand gehören.“ Neben der möglichen Angleichung der Vergütungssysteme gehört dazu laut Schneider vor allem die zukünftige Bedarfsplanung, aber auch Fragen der Qualitätssicherung und die Einbindung und Nutzung der Digitalisierung. „Es gibt viel zu tun – packen wir es zusammen an“, so Schneider abschließend.

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Fax: 0 61 31 / 83 20 15

E-Mail: tanja.boerner@vdek.com

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Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
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