Das Projekt „Culture, Sex & Gender in der Notfallmedizin“ der München Klinik gGmbH ist mit dem ersten Preis des vdek-Zukunftspreises 2026 ausgezeichnet worden. Die Entwicklung und die Pilotphase des Projekts wurden durch das Gesundheitsreferat der Landeshauptstadt München (GSR) gefördert. Auch bei der weiteren Umsetzung begleitet das GSR das Projekt eng. Ziel ist es, geschlechterbezogene und kulturelle Unterschiede in Symptomatik, Diagnostik und Therapie stärker zu berücksichtigen und damit die Qualität und Sicherheit der medizinischen Versorgung zu verbessern.
„Wir freuen uns sehr, dass dieses innovative und zukunftsweisende Projekt mit dem ersten Preis des vdek-Zukunftspreises ausgezeichnet wurde. Der München Klinik gGmbH und dem Gesundheitsreferat der Landeshauptstadt München gratulieren wir herzlich zu dieser besonderen Auszeichnung“, so Thomas Hackenberg, Leiter der vdek-Landesvertretung Bayern. „Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zu einer modernen, patientenorientierten und geschlechtersensiblen Gesundheitsversorgung und zeigt beispielhaft, wie eine höhere Versorgungsqualität durch mehr Bewusstsein für individuelle Unterschiede erreicht werden kann.“
Mehr Sensibilität für individuelle Unterschiede in der Notfallversorgung
In der Notfallmedizin können sich Erkrankungen und Beschwerden bei Menschen unterschiedlichen Geschlechts oder mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen in ihrer Wahrnehmung und Ausprägung unterscheiden. Auch Kommunikation, Diagnostik und Therapie können durch geschlechterbezogene und kulturelle Faktoren beeinflusst werden.
Hier setzt das prämierte Projekt an: Mit einem gezielten interprofessionellen Schulungsprogramm werden alle in der Notfallmedizin tätigen Berufsgruppen für geschlechterbezogene und kulturelle Unterschiede sensibilisiert. Die Beschäftigten sollen dadurch in die Lage versetzt werden, individuelle Besonderheiten von Patient:innen im Behandlungsprozess stärker zu berücksichtigen.
Ziel ist es, die Patientensicherheit und die Qualität der Behandlung zu stärken und zugleich zu einer höheren Zufriedenheit der Patient:innen beizutragen. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter: https://www.muenchen-klinik.de/eis/news/medinform-veranstaltung/event/csg-noz/.
„Eine gute medizinische Versorgung berücksichtigt, dass sich Erkrankungen und Beschwerden je nach Geschlecht und kulturellem Hintergrund unterschiedlich zeigen können“, so Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek. „Gerade in der Notfallmedizin, in der häufig unter hohem Zeitdruck entschieden werden muss, ist die Sensibilität für solche Unterschiede von großer Bedeutung. Deshalb unterstützt das Gesundheitsreferat das Projekt, das dieses Wissen ganz konkret in die Versorgungspraxis bringt. Ich freue mich sehr, dass das Engagement der München Klinik mit dem vdek-Zukunftspreis ausgezeichnet wird.“
„Die geschlechterspezifische Medizin ist an der München Klinik fest verankert. Wir sind stolz, mit diesem Projekt daran anzuknüpfen und einen wichtigen Beitrag für die bestmögliche Versorgung aller Menschen in München zu leisten“, so Dr. Götz Brodermann, Vorsitzender der Geschäftsführung der München Klinik. „In der Notfallversorgung kommt es gerade an den Schnittstellen zwischen Rettungsdienst und Klinik darauf an, geschlechterspezifische und kulturelle Unterschiede im Blick zu haben. Mit berufsgruppenübergreifenden Fortbildungen setzt unser Projekt genau dort an. Wir danken dem Gesundheitsreferat für die Unterstützung und freuen uns sehr über die Auszeichnung mit dem vdek-Zukunftspreis.“
Hintergrund
Der vdek-Zukunftspreis wird seit 2010 auf Initiative der Sozialen Selbstverwaltung der Ersatzkassen vergeben. Mit dem Preis zeichnen die bei den Sozialwahlen gewählten ehrenamtlichen Vertreter:innen der Versicherten und Arbeitgeber:innen jährlich Projekte und Ideen aus, die einen Beitrag zur Weiterentwicklung und Verbesserung der Versorgung leisten.
Unter dem diesjährigen Motto „Gendergerechte Gesundheitsversorgung“ wurden innovative Projekte gesucht, die geschlechts- und kulturspezifische Unterschiede in Prävention, Diagnostik und Therapie berücksichtigen und damit zu einer bedarfsgerechteren Gesundheitsversorgung beitragen.
v.l.n.r.: Prof. Dr. Christoph Dodt (Chefarzt des Notfallzentrums, München Klinik Bogenhausen), Dr. Barbara Herschbach (Gesundheitsreferat der Landeshauptstadt München), Dr. Martina Waldherr (Notfallärztin, München Klinik Bogenhausen), Dr. Hildegard Seidl (Fachreferentin für Gendermedizin, München Klinik)
Kontakt
Dr. Linda Föttinger
Landesvertretung Bayern
Arnulfstr. 201 a
80634 München
Tel.: 0 89 / 55 25 51 - 61
E-Mail: linda.foettinger@vdek.com